Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Verkehrsberuhigung

Tempo-Bremse in Hernals: SPÖ setzt 30er-Zonen durch – ÖVP tobt

Tempo-Bremse in Hernals: SPÖ setzt 30er-Zonen durch – ÖVP tobt
(Foto: Igor Ripak)
2 Min. Lesezeit |

Der Bezirk Wien-Hernals hat mehrheitlich beschlossen, die Jörgerstraße und die Innere Hernalser Hauptstraße in Tempo-30-Zonen umzuwandeln. Die Entscheidung fiel während der jüngsten Bezirksvertretungssitzung, bei der ein entsprechender Antrag der Bezirks-SPÖ angenommen wurde.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung wird künftig auf der gesamten Strecke vom Elterleinplatz bis zum Gürtel gelten. Bezirksvorsteher Peter Jagsch betrachtet diese Maßnahme als Umsetzung eines Anliegens der Bevölkerung und gleichzeitig als Vorbereitung auf die Organisation des Baustellenverkehrs, der durch die kommenden U5-Bauarbeiten entstehen wird.

📍 Ort des Geschehens

Die SPÖ Hernals präsentiert die Einführung der Tempo-30-Zone als pragmatischen Schritt, der mehrere Vorteile mit sich bringe: erhöhte Sicherheit, Lärmreduktion und weniger Schadstoffemissionen – was in der Darstellung der Sozialdemokraten einen „Gewinn für alle“ darstelle. Zudem diene die Maßnahme als sanfte Vorbereitung der Anwohner auf die bevorstehende Großbaustelle für den U-Bahn-Bau, der besonders am Elterleinplatz die Verkehrsführung grundlegend verändern werde. Die SPÖ verweist außerdem darauf, dass die durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit in diesem Bereich bereits jetzt nur bei etwa 33 km/h liege.

⇢ Tempo-Sünder aufgepasst: Kroatien baut Radarfallen-Netz flächendeckend aus

Kritik der ÖVP

Die Bezirks-ÖVP steht der Entscheidung hingegen kritisch gegenüber und bezeichnet sie als „ideologiegetriebene Gängelung“ der Autofahrer. Der Hernalser ÖVP-Obmann Manfred Juraczka äußert sich mit deutlicher Ironie: „Will man mit Tempo 30 etwa den Verkehr beschleunigen?“ Aus Sicht der Volkspartei führen pauschale Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Hauptverkehrsrouten lediglich zu mehr Staus auf der Jörgerstraße, ohne erkennbaren Nutzen zu bringen.

Die ÖVP bewertet die Maßnahme daher als „reine Schikane“.

Umstrittene Bauarbeiten

Die geplanten U-Bahn-Bauarbeiten rund um den Elterleinplatz, deren Beginn für 2026 vorgesehen ist, sorgen bereits jetzt für erhebliches Konfliktpotenzial in Hernals. Besonders umstritten ist der geplante Abriss zweier Gründerzeithäuser am Elterleinplatz 8 und am Währinger Gürtel 41, der für den Bau der neuen Strecke und der Station notwendig sein soll.

Diese Pläne haben in der Bevölkerung bereits zu Protestaktionen geführt.

Bezirksvorsteher Peter Jagsch, der seit März 2022 das Amt in Hernals innehat, betont in seiner Arbeit die Bedeutung von Verkehrsberuhigung und die Vorbereitung des Bezirks auf die U5-Bauarbeiten. Der SPÖ-Politiker setzt dabei auf eine enge Einbindung der Bevölkerung und die Erhaltung der Lebensqualität im Grätzl.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen