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Armutsgefährdung

Teuerung: Lebenskosten in Österreich ab zwei Kindern kaum mehr tragbar

(FOTO: iStock/Anastasija Vujic)
(FOTO: iStock/Anastasija Vujic)

In Österreich befinden sich Familien und Alleinerziehende immer mehr unter finanzieller Druck, zeigt eine aktuelle Studie der Schuldnerberatungen. Besonders drastisch haben sich die Lebenskosten für Paare mit zwei Kindern sowie Alleinerziehende erhöht. Monatliche Ausgaben für ein bescheidenes Leben summieren sich mittlerweile auf tausende Euro, ohne dass Luxusgüter wie ein Auto darin enthalten sind.

Explosive Steigerung der Lebenshaltungskosten

Die Schuldnerberatungen Österreichs legten am Montag neue Daten vor, die eine besorgniserregende Zunahme der Lebenshaltungskosten für österreichische Haushalte aufdecken. Ein Haushalt, bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern, sieht sich monatlichen Ausgaben von 4.433 Euro gegenüber, während Alleinerziehende mit zwei Kindern durchschnittlich 3.704 Euro benötigen. Die Zahlen offenbaren einen Anstieg um mehrere hundert Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Preissprünge bei Heizen und Nahrung

Insbesondere die Kosten für Heizung (plus 53 Prozent), Nahrungsmittel (11 Prozent höher) und soziale sowie kulturelle Teilhabe (10 Prozent Steigerung) haben maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen. Ebenfalls bemerkenswert ist der Anstieg der Mieten um durchschnittlich 8 Prozent.

Alarmierende Signale aus der Bevölkerung

Johanna Steurer, Koordinatorin der Referenzbudget-Studie, weist auf die wachsende Unmöglichkeit für viele Bürger hin, mit den steigenden Kosten Schritt zu halten. „Essen ist für viele nicht mehr leistbar. Das ist eine alarmierende Situation“, so Steurer. Die Studie unterstreicht auch einen Anstieg der Überschuldungsfälle, bei denen hohe Lebenshaltungskosten immer häufiger als Ursache genannt werden.

Definition angemessenen Lebensstandards

Die studienbasierten Referenzbudgets sollen Aufschluss darüber geben, welche finanziellen Mittel für ein bescheidenes, aber kulturell und sozial integriertes Leben erforderlich sind. Erstmals wurden auch Budgets für größere Familienkonstellationen berechnet. Hervorgehoben wird hierbei die besondere Armutsgefährdung von Einelternfamilien und Familien mit mehr als zwei Kindern.

Ohne Berücksichtigung regionaler Preisunterschiede und unter Ausklammerung von Autokosten, betont die Schuldnerberatung die Notwendigkeit einer Neubewertung der Armutsgefährdungsschwelle. Sie schlagen vor, die Referenzbudgets als zusätzliches Kriterium in die Armutsrisikobewertung aufzunehmen, um eine aktuellere und präzisere Grundlage für sozialpolitische Entscheidungen zu schaffen.

Quelle: schuldenberatung.at