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STUDIE

Diese Wiener Bezirke sind bei Migranten sehr beliebt!

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(FOTO: iStock)

In einer innovativen Studie des Complexity Science Hub in Wien wird untersucht, wie mathematische Modelle die Niederlassungsmuster von Migranten in Österreich vorhersagen können. Dieser Ansatz, der sich von bisherigen Modellen unterscheidet, die lediglich die Bevölkerungsgröße und Reisedistanz berücksichtigen, legt vor allem Wert auf die bereits vorhandene Diaspora verschiedener Nationalitäten in spezifischen Bezirken. Die Kernfrage lautet: Was bestimmt das Ziel von Menschen, die ihr Heimatland verlassen?

Durch die Analyse der Niederlassungsmuster von Personen aus der Ukraine, Deutschland, Syrien und Serbien im Jahr 2022 schafft das Team um Studienleiter Rafael Prieto-Curiel eine neue Perspektive auf die Migrationsdynamik in Österreich. Bemerkenswert ist, dass Menschen eher Regionen wählen, in denen bereits eine bedeutende Anzahl ihrer Landsleute lebt – ein Phänomen, das als „Gleiches zieht sich an“ beschrieben wird.

Migrationsforschung

Das Modell erzielte bemerkenswerte Erfolge bei der Vorhersage der Zuwanderung in bestimmte Wiener Bezirke. Für ukrainische Migranten etwa prognostizierte es erhöhte Zuwanderung in den 2., 3. und 10. Bezirk – eine Vorhersage, die die tatsächlichen Zahlen weitgehend bestätigte. Ähnliche Genauigkeit wurde bei der Vorhersage der Niederlassungsmuster für Deutsche, Syrer und Serben erreicht.

Weitere Einflussfaktoren neben der Diaspora

Prieto-Curiel hebt hervor, dass neben der Größe der Diaspora auch ökonomische und finanzielle Aspekte eine wesentliche Rolle spielen. So entscheiden zum Beispiel die persönlichen finanziellen Möglichkeiten und die Wohnkosten in einem Bezirk maßgeblich darüber, wo sich Migranten letztendlich niederlassen. Dies zeigt sich insbesondere bei deutschen Studenten, die eine Vorliebe für Wohnorte in Universitätsnähe haben.