Preistransparenz statt Österreich-Aufschlag: dm reagiert auf verärgerte Kunden mit einer technischen Innovation, die Preisunterschiede zu Deutschland offenlegen soll.
Bei dm in Österreich sollen die Preisunterschiede zu Deutschland transparenter werden. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Harald Bauer, reagiert damit auf die zunehmende Preissensibilität der österreichischen Kunden im Zuge der allgemeinen Teuerungswelle. Die geplante Lösung liegt in einer technischen Neuerung: „Bisher wurden Produkte in jedem Land einzeln angelegt und konnten nur mühsam händisch verglichen werden. Künftig soll eine zentrale Datenbank sicherstellen, dass Artikel nur einmalig für alle 14 Länder der dm-Gruppe erfasst werden. So werden Preisvariationen sofort sichtbar“, erklärt Bauer.
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Der sogenannte Österreich-Aufschlag ist seit längerem ein Diskussionsthema im Bereich der Verbraucherpreise. Dieses Phänomen beschreibt, dass Konsumenten hierzulande für identische Produkte häufig mehr bezahlen als die Verbraucher in Deutschland. Zur Begründung dieser Preisdifferenzen verweist der dm-Chef auf mehrere Faktoren: Einerseits fordern viele Hersteller in Österreich höhere Einkaufspreise als in Deutschland, da jedes Land bislang seine eigenen Preisverhandlungen führt. Andererseits wirkt sich auch das geringere Verkaufsvolumen pro Filiale aufgrund der kleineren Bevölkerungszahl Österreichs auf die Preisgestaltung aus.
Neue Verhandlungsbasis
Die neue Datenbasis soll es ermöglichen, in länderübergreifenden Kooperationen effektiver mit den Herstellern zu verhandeln. Wie dm gegenüber der „Krone“ mitteilte, fanden zum Thema Länderaufschlag bereits Gespräche mit Herstellern statt. Das Unternehmen relativiert jedoch die Preisunterschiede und betont, dass diese entgegen der öffentlichen Wahrnehmung meist nur im einstelligen Prozentbereich liegen würden.
Starke Marktposition
Der ursprünglich in Deutschland gegründete Einzelhändler beschäftigt in Österreich über 6800 Mitarbeiter in 381 Filialen, 118 Friseur- und 87 Kosmetikstudios. Im Geschäftsjahr 2025 konnte dm ein Umsatzwachstum von 5,6 Prozent verzeichnen und seinen Marktanteil weiter ausbauen.