Bei eisigen Bedingungen in den bayerischen Bergen endete eine Wanderung für einen Teenager tragisch. Sein 13-jähriger Begleiter musste das Unglück hilflos mitansehen.
Ein 14-jähriger Bergsteiger stürzte am Sonntagnachmittag gegen 13.45 Uhr am Laubeneck auf 1.758 Metern Höhe tödlich ab. Der Unfall ereignete sich in Unterammergau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Bayern, nahe der Tiroler Grenze. Der Jugendliche war mit einem 13-jährigen Freund von Unterammergau zum Laubeneck unterwegs. Bei eisigen Bedingungen verlor der 14-Jährige in einem nordseitigen Quergang unterhalb des Gipfels den Halt und stürzte etwa 150 Höhenmeter über felsiges, teilweise senkrechtes Gelände in die Tiefe.
Der 13-jährige Begleiter musste den Absturz seines Freundes mitansehen. Ein zufällig am Nachbargipfel befindlicher Bergsteiger beobachtete ebenfalls den Vorfall und setzte umgehend einen Notruf ab. Die integrierte Rettungsleitstelle Oberland alarmierte daraufhin die Bergwacht Unterammergau sowie einen österreichischen Rettungshubschrauber.
⇢ Vergessene Kerze: 21 Menschen an Heiligabend aus Schlaf gerissen (FOTOS)
Rettungseinsatz
Die Hubschrauberbesatzung konnte den verunglückten Jugendlichen in einem Schneefeld lokalisieren. Für den 14-Jährigen kam jedoch jede Hilfe zu spät – der Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen.
Parallel dazu fuhren mehrere Einsatzkräfte der Bergwacht Unterammergau mit einem Einsatzfahrzeug in Richtung Unglücksort und stiegen anschließend zu Fuß zum 13-jährigen Begleiter auf. Nach intensiver Betreuung vor Ort brachten sie den Jugendlichen ins Tal. Die weitere psychologische Betreuung des traumatisierten Begleiters und der Angehörigen des Verstorbenen übernahmen Spezialisten des Kriseninterventionsdienstes der Bergwacht.
⇢ Rodeldrama am Semmering: Frau kracht in Holzbande – schwer verletzt
Gefährliche Bedingungen
Für die Unfallaufnahme und die Bergung des Leichnams wurden zusätzlich ein Polizeihubschrauber sowie zwei Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe angefordert. Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang liegen bei der Alpinen Einsatzgruppe West der Grenzpolizeiinspektion Murnau unter Leitung der Staatsanwaltschaft München II.
Die Einsatzkräfte von Alpiner Einsatzgruppe und Bergwacht warnen aktuell vor den besonders gefährlichen Bedingungen auf der Nordseite mit überfrorenen und sehr eisigen Verhältnissen. Sie betonen, dass Bergtouren derzeit ein sorgfältiges Risikomanagement erfordern.