Tödliches Drama in Ischgl: Nach einem Lawinenabgang abseits der gesicherten Pisten wurde am Freitag eine Person tot geborgen. Ein Skistock ragte aus dem Schnee.
Bei einer Suchaktion nach einem Lawinenabgang in Ischgl im Paznauntal wurde am Freitagvormittag eine Person tot geborgen. Der Unglücksort befand sich abseits der gesicherten Pisten. Das Lawinenunglück hatte sich bereits am Donnerstag ereignet, westlich des Bürkelkopfs auf einer Höhe von 2.495 Metern.
Entgegen erster Meldungen erreichte das Schneebrett nicht die Skipiste selbst. Die Polizeisprecherin präzisierte, dass der Lawinenkegel und der Fundort der verstorbenen Person etwa 20 Meter von der Piste entfernt lagen. Die Silvrettaseilbahn bestätigte, dass sich der Lawinenkegel deutlich außerhalb des gesicherten Pistenbereichs befand.
Umfangreicher Rettungseinsatz
Die Ereignisse nahmen ihren Anfang mit einer Vermisstenmeldung, die am Freitagmorgen bei der Polizei Kappl einging. Im Laufe des Vormittags entdeckte die Pistenrettung Silvretta das Schneebrett, das 60 Meter breit und 90 Meter lang war, mit einer Anrisshöhe zwischen 20 und 60 Zentimetern.
Daraufhin wurde ein umfangreicher Rettungseinsatz gestartet, an dem die Alpinpolizei, mehrere Bergrettungseinheiten und eine Hundestaffel beteiligt waren. Ein aus dem Schnee ragender Skistock führte die Einsatzkräfte schließlich zur verschütteten Person, die nur noch tot geborgen werden konnte.
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Die genaue Identität des Opfers wurde zunächst nicht veröffentlicht. Die Umstände, die zum Lawinenabgang führten, blieben vorerst ungeklärt. Auch stand nicht endgültig fest, ob es sich bei dem Todesopfer tatsächlich um den gemeldeten vermissten Wintersportler handelte, wie die Exekutive mitteilte.
Erhebliche Lawinengefahr
Der Einsatz im Gelände konnte am späten Vormittag abgeschlossen werden, während die Ermittlungen nun weiterlaufen. In Teilen Tirols herrscht am Freitag erhebliche Lawinengefahr, entsprechend der Gefahrenstufe 3.
Der Lawinenwarndienst weist auf ein bestehendes Altschneeproblem hin. Einzelpersonen können weiterhin leicht Lawinen auslösen. Zahlreiche Berichte über Risse und Setzungsgeräusche deuten auf die anhaltende Gefahr hin.
Die Experten warnen zudem vor möglichen Fernauslösungen. In Regionen mit geringerer Schneedecke besteht zusätzlich ein Triebschneeproblem.
Die Lawinenexperten des Landes betonen, dass diese Triebschneepakete zwar gut erkennbar, aber leicht auszulösen seien.