Vor 34 Jahren erlangte Kroatien seinen Platz auf der Weltbühne. Der diplomatische Durchbruch kam am 15. Jänner 1992 – doch drei Staaten verweigern bis heute die Anerkennung.
Kroatien feierte gestern den 34. Jahrestag seiner internationalen Anerkennung – ein Meilenstein, der das Land endgültig als eigenständigen Staat auf internationaler Ebene verankerte. Der Weg zu diesem entscheidenden Moment begann bereits am 25. Juni 1991 mit der formellen Unabhängigkeitserklärung, nachdem zuvor im Mai desselben Jahres eine überwältigende Mehrheit von 93,24 Prozent der Wähler in einem Referendum für die staatliche Souveränität gestimmt hatte.
Der diplomatische Durchbruch erfolgte am 15. Jänner 1992, als die damals zwölf Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft – Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Großbritannien, Dänemark, Irland, Griechenland, Spanien und Portugal – Kroatien offiziell anerkannten. Zeitgleich folgten auch Österreich, Kanada, Bulgarien, Ungarn, Polen, Malta, Norwegen und die Schweiz diesem Schritt. Bis Ende Jänner 1992 hatte sich die Zahl der Länder, die Kroatiens Unabhängigkeit anerkannten, auf insgesamt 44 erhöht.
Frühe Unterstützer
Eine besondere Rolle in der kroatischen Anerkennungsgeschichte nimmt Island ein, das als erster international anerkannter Staat bereits am 19. Dezember 1991 die Unabhängigkeit Kroatiens bestätigte. Noch früher hatte allerdings Slowenien reagiert – nur einen Tag nach der kroatischen Unabhängigkeitserklärung erkannte das Nachbarland den neuen Staat an.
In seiner landesweit im Fernsehen übertragenen Ansprache an diesem historischen Tag betonte der damalige Präsident Franjo Tudjman die epochale Bedeutung dieses Moments für die kroatische Geschichte. Er erklärte, dass Kroatien durch die Proklamation seiner Unabhängigkeit und die Auflösung der verfassungsrechtlichen Bindungen zur ehemaligen jugoslawischen Föderation nun die internationale Anerkennung seiner Souveränität erreicht habe.
Diplomatische Lücken
Aus diesem Grund wird der 15. Jänner in Kroatien jährlich als Tag der internationalen Anerkennung begangen. Obwohl das Land heute weitreichende internationale Anerkennung genießt, haben drei Staaten die Republik Kroatien bislang nicht formell anerkannt: Bhutan, Niger und Tonga. Bhutan pflegt generell nur zu einer begrenzten Anzahl von Ländern diplomatische Beziehungen und vermeidet bewusst umfassende internationale Verbindungen, selbst zu den Großmächten, um seine außenpolitische Unabhängigkeit zu wahren.
Kroatien zeigt seinerseits nur begrenztes strategisches Interesse daran, die Beziehungen zu diesen drei Nationen aktiv voranzutreiben. Sowohl Bhutan als auch Niger und Tonga verfolgen eine sehr selektive oder regional fokussierte Außenpolitik.
Politische Konflikte bestehen nicht – die fehlende formelle Anerkennung ist vielmehr auf diplomatische Trägheit zurückzuführen.