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Teuerung

Belastung für Familien: Amazon kritisiert Österreichs Paketsteuer

Belastung für Familien: Amazon kritisiert Österreichs Paketsteuer
(FOTO: iStock)
4 Min. Lesezeit |

Ab heute wird Online-Shopping in Österreich teurer: Die neue Paketsteuer tritt in Kraft. Amazon kritisiert die Abgabe scharf und kündigt eine rechtliche Prüfung an.

Am 1. Oktober 2026 tritt in Österreich das neue Paketsteuergesetz in Kraft. Beschlossen wurde es vom Nationalrat erst am 8. Juli – betroffenen Unternehmen blieben damit weniger als drei Monate Zeit für die Umsetzung.

Das Gesetz sieht eine pauschale Abgabe auf Paketsendungen vor, die von großen Versandhändlern an Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich zugestellt werden. Betroffen sind Unternehmen mit einem Inlandsumsatz von mehr als 100 Millionen Euro.

Amazon verrechnet Paketsteuer pro Bestellung

Auch Amazon ist von der neuen Regelung betroffen. Der Konzern erklärt, die gesetzlichen Vorgaben umzusetzen und die Paketsteuer an die österreichischen Behörden abzuführen.

Amazon verrechnet die Abgabe dabei einmal pro Bestellung. Das Gesetz würde alternativ auch eine Verrechnung pro Paket ermöglichen. Beim Bezahlvorgang soll die Paketsteuer transparent ausgewiesen werden.

Wird eine Bestellung innerhalb der geltenden Rückgabefrist vollständig retourniert, soll auch die Paketsteuer zurückerstattet werden.

2,40 Euro zusätzlich bei vielen Bestellungen

Für Kundinnen und Kunden bedeutet die neue Regelung bei vielen Bestellungen zusätzliche Kosten von 2,40 Euro. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Warenwert nur wenige Euro oder mehrere hundert Euro beträgt.

Amazon kritisiert genau diesen Punkt. Besonders betroffen seien nach Ansicht des Unternehmens preisbewusste Haushalte, Familien sowie Menschen in ländlichen Regionen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität, die stärker auf Online-Bestellungen angewiesen seien.

Die Bundesregierung verfolgt mit der Paketsteuer mehrere Ziele. Die Einnahmen sollen unter anderem dazu beitragen, eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel zu finanzieren. Gleichzeitig sollen der stationäre Handel in österreichischen Orts- und Stadtzentren gestärkt und ökologische Effekte erzielt werden.

Amazon zweifelt an Rechtmäßigkeit

Amazon kündigt allerdings Widerstand gegen das neue Gesetz an. Der Konzern äußert Bedenken hinsichtlich der Verfassungsmäßigkeit sowie der Vereinbarkeit der Paketsteuer mit den Regeln des europäischen Binnenmarkts.

Man strebe daher eine rechtliche Klärung an. Laut Amazon würden auch weitere Unternehmen in Österreich die neue Regelung kritisch prüfen.

Kritik auch wegen Folgen für österreichische Unternehmen

Amazon argumentiert außerdem, dass die Paketsteuer nicht nur internationale Versandhändler treffe. Zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen aus Österreich würden Online-Marktplätze nutzen, um ihre Produkte überregional und international zu verkaufen.

Nach Angaben des Unternehmens hängen rund 250.000 Arbeitsplätze am österreichischen E-Commerce. Gerade Produkte mit niedrigem Warenwert könnten durch eine pauschale Abgabe wirtschaftlich schwieriger online verkauft werden.

Amazon verweist dabei auf österreichische Händler auf der eigenen Plattform: Diese hätten im Jahr 2025 weltweit mehr als 20 Millionen Produkte verkauft und einen Umsatz von rund 730 Millionen Euro erzielt.

Streitpunkt Umwelt

Auch das Umweltargument der Bundesregierung stellt Amazon infrage. Der Konzern verweist auf eine Untersuchung von Oliver Wyman und einem Spin-off der Universität St. Gallen, wonach Onlinehandel je nach Berechnung 1,5- bis 2,9-mal weniger Emissionen verursachen könne als stationärer Handel.

Nach Darstellung Amazons seien dabei auch Retouren berücksichtigt worden. Eine Verteuerung von Onlinebestellungen könnte daher aus Sicht des Unternehmens dazu führen, dass Konsumentinnen und Konsumenten wieder verstärkt andere Einkaufswege wählen.

Was Kunden jetzt wissen müssen

Für Amazon-Kundinnen und -Kunden in Österreich gilt damit seit 1. Oktober: Die Paketsteuer wird beim Bezahlvorgang gesondert ausgewiesen und grundsätzlich einmal pro Bestellung verrechnet.

Bei einer vollständigen Rücksendung innerhalb der Rückgabefrist soll die Abgabe wieder erstattet werden. Gleichzeitig dürfte die politische und rechtliche Debatte rund um die neue Paketsteuer weitergehen.

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KO KOSMO-Redaktion
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