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Trauer

Ehemalige Ministerin Andrea Kdolsky mit 63 gestorben

Ehemalige Ministerin Andrea Kdolsky mit 63 gestorben
FOTO: FH St. Pölten
2 Min. Lesezeit |

Eine Politikerin, die aneckte, auftrat und zuletzt öffentlich kämpfte – Andrea Kdolsky ist tot.

Österreich nimmt Abschied von Andrea Kdolsky. Die ehemalige Gesundheitsministerin ist am Mittwoch im Alter von 63 Jahren an den Folgen ihrer Krebserkrankung gestorben. Ihre Erkrankung hatte sie vor zwei Jahren öffentlich gemacht.

Politische Laufbahn

Kdolsky gehörte von Jänner 2007 bis 2008 der Regierung unter Bundeskanzler Alfred Gusenbauer an und bekleidete dort das Amt der Gesundheitsministerin. Ihre Amtszeit blieb vor allem wegen ungewöhnlicher Initiativen und pointierter Aussagen in Erinnerung – darunter das Verteilen von Kondomen an Schülerinnen und Schüler sowie ihre viel diskutierte „Schweinsbraten“-Aussage.

Nach dem Ende ihrer politischen Laufbahn wandte sie sich dem Krankenhaus-Management zu und blieb dabei ihrer unkonventionellen Haltung treu. Im Mai 2023 trat sie aus Protest gegen ein ÖVP-FPÖ-Koalitionsabkommen aus der Volkspartei aus; ihre gesundheitspolitische Expertise stellte sie in der Folge den NEOS zur Verfügung.

Offener Umgang

Was viele an Kdolsky besonders beeindruckte, war ihr offener Umgang mit der eigenen Erkrankung. Sie nutzte ihre Bekanntheit bewusst, um einem Thema eine öffentliche Bühne zu geben, das gesellschaftlich nach wie vor mit Berührungsängsten behaftet ist. „Jetzt möchte ich denen eine Stimme geben, die sich nicht trauen, über ihre Krankheit zu sprechen, weil Krebs immer noch ein Tabu ist“, hatte sie erklärt.

Ihren eigenen Umgang mit der Endlichkeit beschrieb sie mit dem ihr eigenen schwarzen Humor: „Ich fürchte mich eigentlich nicht vor dem Tod. Da kommt wieder mein schwarzer Humor zum Tragen: So schlecht kann es dort nicht sein, weil sonst würden schon ein paar wieder zurückkommen.“

Ihr früherer Lebensgefährte Philipp Ita, von dem sie sich 2015 getrennt hatte, würdigte sie mit den Worten: „Andrea hatte die besondere Fähigkeit, Menschen zu sehen – gerade jene, die allzu oft übersehen wurden.“ Als bleibendes Zeichen ihres Engagements soll das geplante Krebshilfezentrum Maggie’s Centre im burgenländischen Oberwart künftig ihren Namen tragen.

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KO KOSMO-Redaktion
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