Eine Steuerentlastung bringt nicht für alle mehr Netto: Für manche Gutverdiener könnte das Einkommen ab 2027 sogar leicht sinken.
Ab 2027 werden die Grenzwerte der österreichischen Lohnsteuertarife erneut angehoben. Damit soll die kalte Progression teilweise ausgeglichen werden. Bei höheren Einkommen kann die Entlastung bei der Lohnsteuer jedoch durch gleichzeitig steigende Sozialversicherungsbeiträge übertroffen werden. Voraussetzung für einen tatsächlichen Nettoverlust ist dabei, dass das Bruttogehalt unverändert bleibt.
Höhere Sozialversicherungsbeiträge
Der Grund liegt unter anderem in der Anpassung der Höchstbeitragsgrundlage. Sie steigt 2027 von bisher 6.930 Euro auf 7.410 Euro brutto pro Monat. Dadurch müssen Beschäftigte mit höheren Einkommen auf einen größeren Teil ihres Gehalts Sozialversicherungsbeiträge zahlen.
Für Beschäftigte mit einem Bruttogehalt von 7.090 Euro bedeutet das laut Berechnungen von Finanz.at: Die monatliche Lohnsteuer sinkt von rund 1.576 auf 1.547 Euro, während die Sozialversicherungsbeiträge von rund 1.252 auf 1.281 Euro steigen. Die höhere SV-Belastung übersteigt damit die Steuerersparnis. Bei unverändertem Bruttogehalt ergibt sich laut dieser Berechnung 2027 ein jährlicher Nettoverlust von rund 53,51 Euro.
Besonders deutlich wird der Effekt bei noch höheren Einkommen. Wer monatlich 7.500 Euro brutto verdient, hätte laut Finanz.at bei unverändertem Gehalt rund 17,30 Euro weniger netto pro Monat beziehungsweise 361,67 Euro weniger pro Jahr.
Gehaltserhöhung verändert den Effekt
Der mögliche Nettoverlust gilt allerdings nicht unabhängig von der weiteren Gehaltsentwicklung. Steigt das Bruttogehalt, kann das Nettoeinkommen trotz der höheren Sozialversicherungsbeiträge wieder über dem bisherigen Niveau liegen. Wie stark sich das Einkommen tatsächlich verändert, hängt daher unter anderem von der Höhe einer allfälligen Gehaltserhöhung und den persönlichen steuerlichen Voraussetzungen ab.