Ein Hornissenstich reißt einen 32-Jährigen aus dem Leben – und legt eine ganze Gemeinde in tiefe Trauer.
Die kleine Gemeinde Hohenzell im Innviertel trauert um einen ihrer engagiertesten Bürger. Florian S. starb vergangenen Donnerstag an den Folgen eines Hornissenstichs – er wurde nur 32 Jahre alt. In dem rund 2.300 Einwohner zählenden Ort ist die Bestürzung über den plötzlichen Verlust tief.
„Er war einfach ein guter Mensch. Egal, wann und warum man ihn angerufen hat, Florian war sofort zur Stelle und hat immer geholfen, wenn er gebraucht wurde“, sagt Bürgermeister Thomas Priewasser im Gespräch mit den „Oberösterreichischen Nachrichten“. Die Trauer im Ort sei „riesengroß“.
Feuerwehr trauert
Florian war in mehreren Vereinen seiner Heimatgemeinde verwurzelt. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Emprechting übernahm er die Funktion des Kassiers, daneben war er Mitglied des Hohenzeller Musikvereins. Erst im Februar dieses Jahres hatte er für seinen langjährigen Einsatz die Bezirks-Feuerwehrverdienstmedaille in Silber erhalten.
Auch das Bezirksfeuerwehrkommando Ried im Innkreis würdigt den Verstorbenen mit bewegenden Worten: „Er stand beispielhaft für jene Kameraden, auf die in jeder Situation Verlass ist. Mit seiner enormen Hilfsbereitschaft, seiner ausgeprägten Menschlichkeit und seiner humorvollen Art war er im gesamten Bezirk, im Abschnitt Ried-Süd, vor allem aber in seiner Heimatgemeinde Hohenzell allseits geschätzt und beliebt. Florian hinterlässt in unserer Feuerwehrgemeinschaft eine schmerzhafte Lücke.“
Der Stich ereignete sich im Gemeindegebiet von Mettmach. Wie Bürgermeister Priewasser erläutert, litt Florian an einer Allergie – seinen Adrenalin-Pen dürfte er zum Zeitpunkt des Zwischenfalls nicht mit sich geführt haben. Ein Notarzt traf rasch am Einsatzort ein, doch alle medizinischen Bemühungen blieben ohne Erfolg: Der Kfz-Mechaniker konnte nicht mehr gerettet werden. Die Angehörigen wurden im Anschluss durch ein Kriseninterventionsteam begleitet.
Priewasser und Florian verbindet eine jahrzehntelange Bekanntschaft. „Unsere Elternhäuser sind fast nebeneinander. Florian war mit sehr großem Engagement bei mehreren Vereinen aktiv. Erst vor Kurzem hat er seine Jagdprüfung gemacht“, erzählt der Bürgermeister gegenüber den „OÖ Nachrichten“. „Jeder hatte ihn gerne um sich. Der Tod ist für uns alle noch immer kaum zu begreifen, weil so unerwartet und viel zu früh gekommen ist.“
Feste abgesagt
Zahlreiche Beileidsbekundungen haben den Beitrag begleitet. Auch seine Kameraden aus Emprechting nehmen Abschied: „Er war uns allen nicht nur ein Kamerad, sondern ein Freund, wie man ihn nicht leicht findet. Wir werden ihn nie vergessen.“
Wie tief der Schmerz in der Gemeinde reicht, spiegelt sich im öffentlichen Leben wider. Das für den vergangenen Samstag angesetzte Reblausfest wurde nach Florians Tod abgesagt. Die für den 13. September geplante Fahrzeugsegnung bei der Feuerwehr Emprechting findet ebenfalls nicht statt, und das Hoffest der Ortsbauernschaft am kommenden Freitag wurde verschoben. „Das unterstreicht, wie groß die Anteilnahme ist und was dieser tragische Tod in unserer Gemeinde ausgelöst hat“, sagt Bürgermeister Priewasser zu den „OÖ Nachrichten“.