Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Irankrieg

Iran-Krieg aktuell: Trump droht Chamenei-Nachfolger

Iran-Krieg aktuell: Trump droht Chamenei-Nachfolger
(Foto: EPA/ABEDIN TAHERKENAREH, EPA / AARON SCHWARTZ)
3 Min. Lesezeit |

Sein Vater wurde von israelischen Bomben getötet. Neun Tage später übernimmt sein Sohn die Führung des Iran – und Trump droht ihm bereits mit dem gleichen Schicksal. Während US-Präsident Donald Trump den Krieg für „so gut wie beendet“ erklärt, sammeln sich in Teheran Hunderttausende hinter dem neuen Revolutionsführer.

US-Präsident Donald Trump deutete erstmals ein mögliches Ende des Krieges gegen den Iran an. Im Interview mit dem Sender CBS erklärte er, der Krieg sei „so gut wie“ beendet – und liege „weit vor dem Zeitplan“. Die Märkte reagierten sofort: Die zuvor stark gestiegenen Ölpreise gaben nach, die US-Börse schloss im Plus.

Trumps Bilanz: „Militärisch haben sie nichts mehr übrig

Als Begründung verwies Trump auf die militärische Schwächung des Iran durch die USA und Israel. Dem Iran fehle inzwischen eine einsatzfähige Marine, funktionierende Kommunikationsinfrastruktur sowie eine Luftwaffe – eine Einschätzung, die er in den vergangenen Tagen bereits mehrfach wiederholt hatte. Nahezu alle Raketen seien zerstört, iranische Drohnen würden flächendeckend abgeschossen.

Trump hatte die Dauer des Konflikts ursprünglich auf „vier bis fünf Wochen“ geschätzt, dabei aber stets betont, er könne auch „weitaus länger“ dauern. Ob und wann die USA und Israel ihre Luftangriffe einstellen würden, ließ Trump offen.

Innenpolitisch war Trump durch die gestiegenen Ölpreise unter Druck geraten. Das Weiße Haus hatte bereits vor dem CBS-Interview erklärt, der Präsident prüfe „alle glaubwürdigen Optionen“ zur Preiskontrolle. Darüber hinaus kündigte Trump an, die Kontrolle über die Straße von Hormus übernehmen zu wollen – eine der weltweit wichtigsten Wasserstraßen für den globalen Öl- und Gashandel.

Der neue Revolutionsführer – und Trumps direkte Drohung

Die USA und Israel hatten Ende Februar Luftangriffe auf den Iran gestartet. Dabei wurden der oberste Anführer Ayatollah Ali Khamenei sowie weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie auf US-Einrichtungen in der Region.

In der Nacht auf Montag ernannte die Expertenversammlung – das zuständige klerikale Gremium der Islamischen Republik – den 56-jährigen Mojtaba Khamenei zum neuen Religionsführer und Staatsoberhaupt, neun Tage nach dem Tod seines Vaters. Trumps Reaktion folgte prompt: Jeder neue Führer werde „unsere Zustimmung brauchen – und wenn er die nicht bekommt, wird er nicht lange überleben“, sagte Trump gegenüber ABC News. Einen Wunschkandidaten nannte er nicht.

Laut staatlichen iranischen Medien versammelten sich am Montag Hunderttausende Menschen zu organisierten Solidaritätskundgebungen in Teheran – trotz der anhaltenden Gefahr durch Raketenangriffe. Aufnahmen des Staatsfernsehens zeigten Autokorsos und Menschen mit iranischen Fahnen. Die Demonstranten erklärten, gemeinsam mit dem neuen Führer den Konflikt bis zum „endgültigen Sieg“ fortsetzen zu wollen.

Trump telefoniert mit Putin – auch Ukraine Thema

Am Montagabend telefonierte Trump nach russischen Angaben mit Kremlchef Wladimir Putin. Russlands Präsident unterbreitete dabei Vorschläge für eine rasche Beilegung des Iran-Kriegs, wie der russische Außenberater Juri Uschakow mitteilte. In dem rund einstündigen Gespräch sprach sich Trump zudem erneut für ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs aus. Angesichts des russischen Vormarsches müsse Kiew Verhandlungen zustimmen, hieß es aus Moskau. Die Ukraine hatte dagegen Anfang März Geländegewinne für sich reklamiert.