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Preisschock

Tschick wird teurer: Was Raucher nun zahlen müssen

Tschick wird teurer: Was Raucher nun zahlen müssen
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3 Min. Lesezeit |

Raucher müssen tiefer in die Tasche greifen: Die Tabaksteuer treibt die Zigarettenpreise in die Höhe. Für den Staat ein Millionengeschäft, für die Branche ein Existenzkampf.

Die Preise für Zigaretten in Österreich sind bereits spürbar gestiegen – laut Statistik Austria um mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Erhöhung liegt deutlich über der allgemeinen Inflationsrate von etwa drei Prozent. Hauptursache ist die im April 2025 angehobene Tabaksteuer, die zu einem durchschnittlichen Preisanstieg von rund 30 Cent pro Packung führte. Für den Staatshaushalt bedeutet dies zusätzliche Einnahmen: Die Regierung kalkuliert für 2025 mit einem Plus von über 50 Millionen Euro, für 2026 mit 100 Millionen Euro und ab 2027 sogar mit jährlich 200 Millionen Euro. Angesichts der angespannten Budgetsituation sind weitere Steuererhöhungen wahrscheinlich – besonders zum Nachteil von Vielrauchern.

Die Tabakbranche reagiert mit Besorgnis auf die Entwicklung. Ralf Wolfgang Lothert vom Tabakkonzern JTI warnt vor „massiven Marktverwerfungen“. Sollten die Hersteller die steuerlichen Mehrbelastungen an die Konsumenten weitergeben, könnten die Preise pro Packung um bis zu 60 Cent steigen. Mit prognostizierten Mehreinnahmen von rund 100 Millionen Euro im kommenden Jahr und einer Steigerung auf 200 Millionen Euro bis 2027 sieht die Branche eine beispiellose finanzielle Belastung auf sich zukommen.

⇢ Vollkommener Wahnsinn“: Zigaretten & Co. vor Rekord-Preisexplosion

Handel unter Druck

Der Einzelhandel gerät durch die Steuererhöhungen ebenfalls unter Druck. Trafikanten-Obmann Wolfgang Streissnig weist darauf hin, dass viele Verkäufer durch die Reform zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Allein in diesem Jahr verzeichnen die Trafikanten Einbußen von etwa neun Millionen Euro durch verringerte Gewinnmargen. Nach den bereits erfolgten Erhöhungen im Glücksspielsektor stelle dies eine weitere erhebliche Belastung dar. Besonders gefährdet seien Trafikanten in ländlichen Gebieten, deren wirtschaftliches Überleben nun auf dem Spiel stehe.

Aus volkswirtschaftlicher Perspektive birgt die Steuererhöhung ebenfalls Risiken. Sebastian Winter von Philip Morris verweist auf negative Erfahrungen anderer Länder mit hohen Tabaksteuern. In Österreich seien bereits zwölf Prozent des Tabakkonsums nicht versteuert – ein Anteil, der weiter zunehmen könnte. Jeder zusätzliche Prozentpunkt koste den Staat etwa 25 Millionen Euro an Steuereinnahmen. Streissnig betont, dass besonders grenznahe Regionen betroffen seien, da Konsumenten vermehrt im benachbarten Ausland einkaufen würden. Zudem bestehe die Gefahr eines Anstiegs des Zigarettenschmuggels.

Neue Nikotinsteuer

Die Preiserhöhungen betreffen nicht nur herkömmliche Zigaretten. Auch alternative Produkte wie E-Zigaretten, Tabaksticks und Nikotinbeutel werden teurer. Ab 2026 plant die Regierung die Einführung einer „Nikotinsteuer“, die 85 Millionen Euro einbringen soll. Hersteller wie Philip Morris haben Kostensteigerungen bisher nur teilweise an die Verbraucher weitergegeben, doch nun müssen Konsumenten mit deutlich höheren Preisen für diese Alternativen rechnen. Simone Pibernik von Imperial Tobacco merkt an, dass moderate Steuererhöhungen in der Vergangenheit funktioniert hätten, das geplante Ausmaß jedoch erhebliche Auswirkungen haben werde.

Die Tabakbranche fordert einen intensiveren Dialog mit politischen Entscheidungsträgern. Philip-Morris-Sprecher Winter plädiert für eine offene Diskussion. Trafikanten-Obmann Streissnig zeigt wenig Verständnis dafür, dass gerade sein Berufsstand einen so bedeutenden Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten müsse.

Er hebt hervor, dass mehr als die Hälfte der Trafikanten mit körperlichen Einschränkungen leben.

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KO KOSMO-Redaktion
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