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BRASILIEN

Über 4.000 Tote an einem Tag: Was macht die Corona-Mutation P.1 so gefährlich?

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(FOTO: iStockphoto)

Anfang März wurde der erste Fall der brasilianischen Corona-Mutation in Österreich nachgewiesen. Diese scheint wesentlich gefährlicher zu sein, als bisher gedacht.

Am Mittwochmorgen berichteten zahlreiche Medien über mehr als 4.000 Tote in Brasilien, die im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben sind. Das Gesundheitsministerium hatte diese Zahl am Dienstag bekanntgegeben. Scheinbar ist die Corona-Pandemie in dem Land stark außer Kontrolle geraten. Dies liegt nicht zuletzt an der dort weitestgehend verbreiteten Virus-Mutation P.1. Doch was macht die Variante so gefährlich und was bedeuten die Zahlen für Österreich?

Die Kurve an Neuinfektionen in Brasilien zeigt, dass die zweite Pandemie-Welle das Land mit voller Wucht getroffen hat. Eine wesentliche Ursache dafür ist die brasilianische Virus-Variante P.1, die sich zunehmend auch im Rest der Welt – wie auch in Österreich – verbreitet. Am 8. März wurde der erste Fall der brasilianischen Mutation in Salzburg bestätigt.

Renommierte Wissenschaftler warnen nun vor drastischen Folgen: „Die Welt sollte besser aufwachen“, meinte etwa der bekannte US-Virologe Eric Feigl-Ding. Der Wissenschaftler blickt besorgt auf den drastischen Anstieg der Infektionszahlen durch die brasilianische Corona-Variante P.1. Dieser sorgt in Brasilien nicht nur für ein überlastetes Gesundheitssystem, sondern auch für einen Anstieg der Sterblichkeit. Tatsächlich ist in kaum einem anderen Land der Welt die Lage so angespannt wie in Brasilien.

Wie unterscheidet sich P.1. vom Wildtyp?
Im Vergleich zur ursprünglichen Virus-Variante zeichnet sich P.1 durch 17 Mutationen im des Coronavirus SARS-CoV-2 aus – drei von ihnen im Spike-Protein. Sie erleichtern es dem Virus, menschliche Zellen zu befallen. Besonders kritisch ist dabei eine Mutation, die neutralisierende Antikörper von Genesenen und Geimpften weniger wirksam machen.

Virus wohl erheblich gefährlicher
Bisher gibt es nur wenig Hinweise darauf, dass man mit P.1 schwerer erkrankt, allerdings stellten Wissenschaftler in Manaus in einer noch nicht von Fachkollegen begutachteten Studie eine erhöhte Wahrscheinlichkeit fest, dass eine Infektion mit P.1 tödlich endet. Das dortige Gesundheitssystem war in dem Zeitraum jedoch so überlastet, dass die Forschenden sich nicht sicher sein können, ob die Variante der Grund war oder die vollen Krankenhäuser.

„Das ist eine Atombombe“
Auch Dr. Roberto Kraenkel, biologischer Mathematiker am Covid-19 Brazil Observatory, schlägt aufgrund der Mutation in Manau Alarm: „Das ist eine Atombombe“, sagte er zur „Washington Post“. Er sei überrascht von der „Vielzahl von Corona-Mutations-Fällen“. „Diese Varianten sind ansteckender und dies bedeutet eine beschleunigte Phase in der Pandemie. Es ist ein Desaster.“

Bei Ausbreitung sind wir alle gefährdet“
Mittlerweile hat sich die P.1-Variante auch schon in mehr als 35 Länder der Welt, wie etwa Mexiko, Schweden, Belgien oder Kanada, ausgebreitet. Einzelne Fälle gab es inzwischen aber auch in Österreich und Deutschland. Sollte diese ansteckendere Mutation außer Kontrolle geraten „sind wir alle gefährdet”, so Feigl-Ding abschließend.

Quellen und Links:

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