Weniger Müll in Parks, über eine Milliarde zurückgegebene Dosen und steigende Akzeptanz – Österreichs Einweg-Pfandsystem zeigt nach einem Jahr deutliche Erfolge.
Seit dem 1. Jänner 2025 ist das neue Pfandsystem österreichweit in Kraft. Mit einem markanten Logo und einem simplen Knopfdruck beim Rückgabeautomaten trägt das ökologische Rücknahmesystem bereits spürbar zur Entlastung der österreichischen Landschaft bei.
Der Unterschied ist im Alltag deutlich wahrnehmbar: Spaziergänge entlang der Donau oder Besuche auf Spielplätzen werden nicht mehr durch achtlos weggeworfene Getränkeverpackungen getrübt. Kaum noch PET-Flaschen im Gebüsch, deutlich weniger Alu-Dosen am Wegesrand. Nach einem Jahr Einweg-Pfandsystem zeigen sich die Erfolge – leise, aber messbar. Für GLOBAL 2000 bestätigt das Einjahres-Jubiläum den eingeschlagenen Weg.
„Der Kampf für das Einweg-Pfand hat sich ausgezahlt“, erklärt Anna Leitner, Ressourcen-Sprecherin bei GLOBAL 2000. „Flussufer und Parks, Spielplätze und Straßen sind weniger vermüllt, und wir recyceln mehr.“
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Die Bilanz nach zwölf Monaten kann sich sehen lassen: Über eine Milliarde Dosen wurden seit Anfang des Jahres zurückgegeben. Aktuelle Umfragewerte belegen, dass fast 75 Prozent der Verbraucher das System befürworten. Die anfängliche Verwirrung – identische Flaschen teils mit, teils ohne Pfand – gehört mittlerweile der Vergangenheit an.
Klare Regelungen
Mit Beginn dieses Jahres gilt eine unmissverständliche Regelung: Sämtliche Gebinde müssen das Pfandlogo tragen. GLOBAL 2000 sieht im Ende der Übergangsphase einen wichtigen Fortschritt. „Jetzt ist Klarheit da – für Handel und Konsumenten“, betont Leitner. Das Pfandsystem sei kein Selbstzweck, sondern mache Recycling unkomplizierter und reduziere die Bereitschaft zum sorglosen Wegwerfen.
Trotz der erfreulichen Zwischenbilanz mahnt GLOBAL 2000 zur Weiterentwicklung. Österreich verbraucht nach wie vor zu viele Ressourcen, produziert übermäßig viel Abfall und ist auf Importe angewiesen. „Wir geben der Bundesregierung einen Neujahrs-Vorsatz für 2026 mit“, sagt Leitner. „Verschieben wir den Welterschöpfungstag nach hinten – statt im März in den April oder besser noch in den Mai.“ Dafür sei eine umfassende Kreislaufwirtschaft notwendig – vom Verpackungsdesign bis zur Bekleidungsindustrie. Ein Gesetz gegen Wegwerfmode werde dringend benötigt.
Soziales Engagement
Das Pfandsystem entfaltet neben dem Umweltschutz auch gesellschaftliches Engagement. Bei SPAR haben Kunden weiterhin die Möglichkeit, ihr Pfandguthaben am Automaten für wohltätige Zwecke zu spenden. Im kommenden Jahr fließen diese Mittel den österreichischen Freiwilligen Feuerwehren zu – jeweils der für den jeweiligen Standort zuständigen Wehr.
Die lokale Ausrichtung folgt einem durchdachten Konzept: In Städten mit hauptberuflichen Feuerwehrkräften werden die Spenden etwa in die Nachwuchsförderung oder die Ausbildung von Ehrenamtlichen investiert.
Die Spendenbereitschaft der Österreicher zeigte sich bereits im Vorjahr eindrucksvoll bei INTERSPAR: 102.317 Euro aus Pfandbons kamen dem Österreichischen Bundesfeuerwehrverband zugute. Feuerwehrpräsident Robert Mayer zeigt sich dankbar: „Die Pfandbon-Spendenbereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher war beeindruckend. Ich bedanke mich bei den Spenderinnen und Spendern sowie bei INTERSPAR für diese wichtige Unterstützung unserer Freiwilligen Feuerwehren. Umso mehr freut es mich, dass diese Zusammenarbeit nun auch bei SPAR fortgesetzt wird.“
Nach einem Jahr zeigt sich: Effektive Umweltpolitik benötigt keine lauten Ankündigungen. Manchmal genügen klare Rahmenbedingungen, ein funktionierendes System und engagierte Bürger.
Anders ausgedrückt: Eine Getränkedose repräsentiert heute mehr als bloßen Abfall. Sie ist Bestandteil eines Kreislaufs und mitunter auch eine Unterstützung für jene, die bei Notfällen zur Stelle sind.