Österreichs Konsumlaune hellt sich auf: Mit bis zu 8.700 Euro für persönliche Anschaffungen planen die Bundesbürger 2026 mehr auszugeben als im Vorjahr.
Die Konsumlaune der Österreicher zeigt sich im laufenden Jahr etwas optimistischer als 2025. Laut einer aktuellen Erhebung planen die Bundesbürger, mehr Geld für persönliche Anschaffungen auszugeben. Je nach Altersgruppe stehen zwischen 6.800 und 8.700 Euro für Konsumzwecke zur Verfügung – Ausgaben für Wohnen, Energie und täglichen Bedarf nicht eingerechnet. Gerald Resch, Generalsekretär des Bankenverbands, der gemeinsam mit der Bawag Group die Studie beauftragte, bestätigt: „Es ist mehr Budget für die Konsumwünsche da.“
Über alle Altersgruppen hinweg dominieren Urlaub und Reisen die Wunschliste der Österreicher. Durchschnittlich 2.400 Euro möchten die Befragten dafür bereitstellen. Auf dem zweiten Platz folgen Hobbys mit durchschnittlich 1.870 Euro, dicht gefolgt von Gastronomiebesuchen und Ausgehen, wofür die Österreicher im Schnitt 1.850 Euro einplanen.
Die Prioritäten variieren jedoch deutlich zwischen den Generationen. Einzig die Generation Z setzt Ausgehen vor Urlaubsreisen – vermutlich, weil viele der 16- bis 29-Jährigen noch mit ihren Eltern verreisen, wie Resch anmerkt. Besonders wichtig ist dieser Altersgruppe auch der Sport: „Das Fitnessstudio ist ein wichtiger Faktor.“ Insgesamt verfügt die jüngste Generation über etwa 7.000 Euro für persönliche Konsumausgaben.
Generationenunterschiede
Die Millennials investieren neben Reisen überdurchschnittlich viel in Mode. Die 31- bis 45-Jährigen geben rund 1.030 Euro ihres frei verfügbaren Einkommens für Kleidung aus. Mit einem Gesamtbudget von 8.500 Euro für den privaten Konsum leisten sie sich auch in Restaurants und Cafés mehr als andere Altersgruppen – durchschnittlich etwa 2.100 Euro.
Bei der Generation X erfreuen sich besonders Städtereisen großer Beliebtheit. 38 Prozent der 46- bis 60-Jährigen haben im Vorjahr mindestens eine solche Reise unternommen. Diese Altersgruppe verfügt mit 8.700 Euro über das höchste Konsumbudget aller Generationen.
Die Babyboomer, geboren zwischen 1946 und 1965, zeigen neben ihrer Reiselust vor allem eine Vorliebe für Kultur: Theater- und Opernbesuche nehmen einen besonderen Stellenwert ein. Da viele dieser Altersgruppe bereits im Ruhestand sind, fällt ihr Budget mit 6.800 Euro etwas geringer aus.
Finanzierungsverhalten
Konsumkredite spielen für die meisten Österreicher kaum eine Rolle. Lediglich in der Generation Z kann sich mehr als ein Drittel vorstellen, Kredite für Konsumzwecke aufzunehmen. Ähnliches gilt für Ratenzahlungsangebote von Händlern, darunter die im Online-Handel verbreiteten „Buy-now-pay-later“-Optionen.
Am ehesten würden die Befragten noch eine Urlaubsreise auf Kredit finanzieren. Dennoch sind mindestens drei Viertel aller Altersgruppen der Ansicht, dass man nur das kaufen sollte, was man sich aus eigenen Mitteln leisten kann. Bei den Babyboomern vertreten sogar 90 Prozent diese Meinung.
Die Zurückhaltung bei Konsumkrediten spiegelt sich auch in den Statistiken der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) wider. Das Volumen bewegt sich seit längerer Zeit stabil zwischen 17 und 18 Milliarden Euro. Auch die Sparquote bleibt konstant bei 10 bis 11 Prozent. Enver Sirucic, Finanzchef der Bawag Group und Präsident des Bankenverbandes, betont, dass der Großteil der Konsumausgaben aus eigenen Mitteln bestritten wird.
Obwohl die Konsumausgaben leicht steigen, ist das Inflationsbewusstsein nach wie vor hoch. „Das Gefühl einer hohen Inflation ist in vielen Leuten noch stark drinnen“, erklärt Resch. Um den privaten Konsum anzukurbeln, wünschen sich laut Umfrage 29 Prozent der Befragten vor allem Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung und sinkende Preise.
Mehr als 20 Prozent halten auch Steuersenkungen für notwendig. Für die im Dezember durchgeführte Studie wurden 1.000 in Österreich lebende Personen zwischen 16 und 79 Jahren befragt.