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GESTÄNDNIS

Van der Bellen: „Ich habe mich von Putin hinters Licht führen lassen“

(FOTO: EPA-EFE/ ALEXANDER NEMENOV)

Der amtierende Bundespräsident und Präsidentschaftskandidat Alexander van der Bellen hat in einem Interview für Puls24 eingeräumt, dass die Nichtdiversifizierung von Gaslieferanten ein Fehler war und betonte, dass er sich von Putin habe „hinters Licht führen lassen“, genauso wie dieser „die ganze Welt getäuscht“ habe.

Bei dem Interview für den Sender Puls24 wurde van der Bellen auf seine früheren Aussagen hingewiesen, dass es mit Putin eine gute Gesprächsbasis gebe. Van der Bellen erklärte seine Aussagen damit, dass er mit Putin gut auf Deutsch diskutieren konnte und Putin an der Familiengeschichte van der Bellens, die mit Russland verbunden sei, interessiert war.

„Entweder hat Putin diesen kolonialistischen, aggressiven Krieg immer schon geplant gehabt, oder er hat sich in den letzten Jahren verändert. Das weiß ich nicht, ich fühle mich zu 100% getäuscht von ihm, und nicht nur ich. (…) Putin hat die ganze Welt getäuscht“, erklärte van der Bellen in dem Interview.

Im Hinblick auf die stärker werdende Kritik an den Sanktionen der EU gegen Russland betonte van der Bellen, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für ein Überdenken der Sanktionen sei.

„Die Sanktionen schaden Russland enorm. Der Krieg Russlands in der Ukraine ist in eine Phase getreten, wo Putin die Situation offensichtlich völlig falsch eingeschätzt hat. ER hat am Anfang offenbar gedacht, er kann Kiew rasch erobern, (…) aber er hat Niederlagen einstecken müssen. Die Situation ist noch einmal verschärft worden durch die Teilmobilisierung, weswegen hunderttausende junge Männer ins Ausland flüchten. Putin hat sich in einer ganzen Reihe von Dingen grob verschätzt. Ich weiß nicht, wozu der russische Geheimdienst da ist, entweder waren sie auch falsch informiert, oder Putin hat ihnen nicht geglaubt“, so van der Bellen.

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