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Großereignis

Vergebe seinem Mörder“: Kirk-Witwe trauert mit Trump vor 73.000 Menschen

Vergebe seinem Mörder“: Kirk-Witwe trauert mit Trump vor 73.000 Menschen
FOTO: EPA/CAROLINE BREHMAN
4 Min. Lesezeit |

Eine Trauerfeier im Football-Stadion, Nationalgarde für Chicago und neue Medienregeln: Der Tod des konservativen Aktivisten Charlie Kirk wird zum politischen Großereignis.

Die Trauerfeier für den erschossenen konservativen Aktivisten Charlie Kirk in Arizona entwickelt sich zu einem politischen Großereignis mit weitreichenden Folgen. Die Trump-Administration nutzt den Tod des 31-Jährigen als Anlass für Maßnahmen gegen kritische Medien. Das Pentagon verkündete am 18. September neue Regelungen, wonach US-Medienvertreter künftig sämtliche Beiträge zur Autorisierung vorlegen müssen und eine Vereinbarung unterzeichnen müssen, keine nicht autorisierten Informationen zu sammeln. Medienorganisationen und Pressefreiheitsinitiativen kritisieren die Maßnahmen als gravierende Einschränkung der journalistischen Unabhängigkeit und Verstoß gegen den First Amendment. Diese Entwicklung erklärt, weshalb die Regierung für einen Mann ohne offizielles Regierungsamt eine Zeremonie von staatsaktähnlichem Ausmaß veranstaltet.

Bereits am Samstag versammelten sich tausende Anhänger in Phoenix, Arizona, um mit selbstgefertigten Schildern, Kränzen und Blumen des vor elf Tagen getöteten Gründers der Organisation „Turning Point USA“ (konservative Studentenorganisation) zu gedenken. Vor dem Büro seiner NGO entstand ein Meer aus amerikanischen Flaggen und MAGA-Kappen (Make America Great Again). Die Trauernden kamen nicht nur, um Abschied zu nehmen, sondern äußerten auch Vergeltungsgedanken. Der rechte Aktivist Jack Posobiec benannte zu Beginn der mehrstündigen Gedenkveranstaltung am Sonntag explizit „die Linken, die Medien, die Demokraten“ als Gegner und kündigte an: „Wir werden dafür sorgen, dass sie den Namen Charlie Kirk niemals vergessen.“

Der 10. September 2025, als Kirk während einer Veranstaltung an der Utah Valley University in Orem, Utah, durch einen Schuss in den Hals tödlich verletzt wurde, markiert eine Zäsur in der amerikanischen Gesellschaft. Der mutmaßliche Täter Tyler Robinson wurde nach einer Fahndung festgenommen und wird wegen Mordes angeklagt. Kirk erlag noch am selben Tag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Ausgerechnet jener Mann, der mit seinen scharfen Äußerungen gegen Andersdenkende jahrelang zur Spaltung des Landes beigetragen hatte, wird nun zum Märtyrer der neuen Rechten stilisiert.

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Stadion-Zeremonie

Für die Beisetzungszeremonie wurde das State Farm Stadium umfunktioniert, das normalerweise 63.000 Zuschauer fasst. Durch zusätzliche Sitzplätze auf dem Spielfeld erhöhte man die Kapazität um weitere 10.000 Plätze; die angrenzende Basketball-Arena bot nochmals 19.000 Personen Raum. Neben zahlreichen Kirk-Anhängern wurden prominente Vertreter der konservativen Bewegung erwartet, darunter Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth, Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. sowie der bekannte Fernsehmoderator Tucker Carlson.

Kirks Ehefrau Erika reiste in der Air Force 2 (Vizepräsidenten-Flugzeug) gemeinsam mit Vizepräsident J. D. Vance an. In ihren anschließenden Ansprachen griffen beide auf stark religiöse Motive zurück. Unter Tränen erklärte die Witwe mit Blick auf den 22-jährigen mutmaßlichen Attentäter: „Ich vergebe ihm. Denn auch Jesus vergab jenen, die ihn ans Kreuz genagelt hatten.“

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Trumps Ankündigungen

Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Rede von Präsident Donald Trump, der die Gelegenheit nutzte, um die Entsendung der Nationalgarde nach Chicago, Illinois, anzukündigen. „Eines der letzten Dinge, das Charlie zu mir sagte, war: ‚Bitte, Sir, retten Sie Chicago.'“, behauptete Trump. „Und genau das werden wir tun. Wir werden Chicago vor grauenvollen Verbrechen schützen.“ Zudem kündigte er eine bedeutsame Pressekonferenz für Montag an, bei der es um die angebliche „Ursache von Autismus“ gehen soll. Medienberichten zufolge könnte das bei Schwangeren verbreitete Schmerzmittel Tylenol verboten werden, obwohl es nach aktuellem Forschungsstand als unbedenklich gilt.

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte jedoch eine Szene abseits des Rednerpults: Elon Musk nahm zeitweise den Platz neben dem US-Präsidenten ein.

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Mit diesem gemeinsamen öffentlichen Auftritt und einem demonstrativ langen Händedruck schienen die beiden einflussreichen Persönlichkeiten ihre jüngsten Differenzen beizulegen.

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KO KOSMO-Redaktion
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