Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Gerichtsverfahren

Vertrottelte Aktion“: Raser steuerte BMW auf Polizisten zu – mit Baby im Auto

Vertrottelte Aktion“: Raser steuerte BMW auf Polizisten zu – mit Baby im Auto
FOTO: iStock
2 Min. Lesezeit |

Mit Frau und Baby auf der Flucht vor der Polizei – ein Serbe riskierte alles, als er mit seinem BMW einen Beamten fast überfuhr. Nun drohen ihm 15 Jahre Haft.

Ein 33-jähriger Serbe muss sich nach einer gefährlichen Flucht vor einer Polizeikontrolle vor Gericht verantworten. Der Mann hatte sich mit seinem BMW einer Fahrzeugkontrolle entzogen, wobei ein Beamter zur Seite springen musste, um nicht erfasst zu werden. Besonders brisant: Im Fahrzeug befanden sich auch seine Ehefrau und sein erst vier Monate altes Baby. Nach einjährigen Ermittlungen steht nun am 9. Oktober die Gerichtsverhandlung an.

⇢ Betrunkener springt zweimal aus Rettungswagen auf Autobahn

📍 Ort des Geschehens

Bei einer Befragung am Tatort in Wien-Leopoldstadt zeigte sich der Beschuldigte reumütig und beteuerte: „Ich wollte niemanden töten.“ Nach seiner rasanten Fahrt mit dem leistungsstarken schwarzen BMW M6 Mitte September des Vorjahres wurde der 33-Jährige in Untersuchungshaft genommen.

Die Flucht endete erst, als die Polizei von der Schusswaffe Gebrauch machte und gezielt auf einen Reifen des BMW schoss. Bei der anschließenden Kontrolle erlebten die Einsatzkräfte eine Überraschung: Neben dem Fahrer befanden sich dessen Ehefrau auf dem Beifahrersitz sowie das gemeinsame vier Monate alte Kind in einer Babyschale auf der Rückbank. Das Baby blieb unverletzt.

Ermittlungen abgeschlossen

Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelte ein Jahr lang wegen Mordversuchs. Der Vorwurf: Als Beamte das sportliche Coupé anhalten wollten, beschleunigte der bereits vorbestrafte Mann und steuerte direkt auf einen Polizisten zu. Dieser konnte sich nur durch einen schnellen Seitenschritt retten, wurde jedoch vom Außenspiegel am Arm gestreift.

Der 33-Jährige war der Polizei bereits bekannt – er hatte offene Verwaltungsstrafen in Höhe von 33.000 Euro und war mehrfach wegen Verkehrsdelikten auffällig geworden. Nach seiner Festnahme verweigerte er zudem eine amtsärztliche Untersuchung auf Suchtmittelbeeinträchtigung.

Geänderter Tatvorwurf

Der Prozess gegen den Angeklagten findet am 9. Oktober am Wiener Landesgericht statt – allerdings mit geändertem Tatvorwurf. Statt Mordversuchs wird ihm absichtlich schwere Körperverletzung zur Last gelegt. Ein technisches Gutachten ergab, dass er nach einem Wendemanöver in einer Sackgasse mit 13 km/h auf den Beamten zugefahren war. Diese Geschwindigkeit hätte zwar zu einer schweren, nicht aber zu einer lebensbedrohlichen Verletzung geführt.

„Mein Mandant bestreitet, dass er auf den Polizisten zugefahren ist“, erklärt sein Verteidiger Christian Werner, räumt jedoch ein: „Es war eine vertrottelte Aktion“.

Für die dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren droht.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen