Start Aktuelles Vucic über Ansturm auf Zucker: Unsere Nachbarländer sind daran schuld
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Vucic über Ansturm auf Zucker: Unsere Nachbarländer sind daran schuld

FOTO: EPA / Georgi Licovski

Weder die Preisbeschränkung und Vorräte aus Rohstoffreserven, noch die Überzeugungsversuche des Staates und der Produzenten, dass es genug Zucker gibt, haben dazu beigetragen, die Zuckerjagd in Serbien zu stoppen. Der Jahresverbrauch an Zucker beträgt 10 Kilogramm pro Person, aber die Kunden kaufen für jahrelangen Vorrat ein.

Ende Mai hat die Regierung den Preis auf ca. 0,80 Euro pro Paket begrenzt, aber auch das hat nicht geholfen. Die Handelsketten berichten, dass sie doppelt so viel in die Regale stellen wie sonst, aber dass fast alles innerhalb von höchstens wenigen Stunden ausverkauft ist.

Der panische Zuckereinkauf lässt nicht nach, die Regale sind meist halbleer, deshalb haben viele Einzelhändler die zu kaufende Menge auf zwei bis fünf Kilogramm begrenzt, berichtet Euronews auf Serbisch.

Nur eine Einzelhandelskette habe an einem Tag mehr als 80 Tonnen Zucker verkauft, sagte der serbische Präsident Aleksandar Vučić. In mehreren europäischen Ländern leerten Kunden aus Angst vor neuen Preiserhöhungen die Ölregale oder liefen noch einmal los, um genug Toilettenpapier zu sichern. Vučić wies darauf hin, dass Serbien keine Probleme mit Zucker habe, aber Menschen aus der Region kommen auch zu uns und „kaufen zehn Packungen, weil es in unserem Land billiger ist“.

Der Sekretär des Verbandes für Pflanzenproduktion der Handelskammer, Aleksandar Bogunović, stimmt ihm zu. „Die Produzenten arbeiten in drei Schichten, sie haben neue Händler bestellt, um den Prozess zu beschleunigen, aber das reicht immer noch nicht. Zucker in Serbien ist immer noch der billigste in der Region und das könnte einer der Gründe sein“, sagte Bogunović.

Wegen des unerklärlichen Zuckermangels forderte Aleksandar Vučić Ende Mai den BIA-Geheimdienst auf, eine Sonderuntersuchung einzuleiten. In Bezug auf die künstlich verursachten Engpässe werden sich die staatlichen Ermittlungsbehörden mit dem Fall eines Tycoons aus dem Bezirk Kolubara befassen, der mit dem Kauf von Lebensmitteln viel Geld verdienen und den Staat betrügen wollte, sagte der Präsident. Es gehe nicht nur um Zucker, auch bei einigen anderen Lebensmitteln wolle der Tycoon alles kaufen, warf der serbische Präsident vor. „Wir haben keine Probleme mit der Zuckermenge, wir hatten Probleme mit einem Unternehmen aus dem Bezirk Kolubara, mit einem Tycoon, einigen Wucherern, die glaubten, es sei an der Zeit, das große Geld zu machen“, so Vučić. Er versprach den Bürgern, Zucker, Salz, Mehl und Öl stets vorrätig zu haben, aber bat sie, nicht zu viel davon zu kaufen.

Es handelt sich um einen Großhändler, bei welchem Inspektionen und kompetente Dienste bis zu 2.000 Tonnen Zucker in Kilogrammpackungen im Lager festgestellt haben, zudem hatte er 30.000 Tonnen beim Produzenten, was ein Zehntel der Produktion in Serbien ausmacht, sagte der Staatssekretär des Belgrader Ministeriums für Handel, Tourismus und Telekommunikation, Uroš Kandić.

Vor der neuen Verordnung habe er nur 25 Tonnen Zucker in einer Kilogrammpackung auf den Markt gebracht und zehnmal mehr in loser Schüttung, für die er mehr verlangen konnte, sagte Kandić gegenüber einem serbischen Medium. Die Ermittlungen dauern noch. Es gibt kein Gesetz, das jemanden daran hindert, ein Spekulant zu sein, wenn er das will, betonte der Handelsminister.