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260 Tote

Warum hast du das getan?“: Umgelegter Schalter Schuld an Flugzeugabsturz

Warum hast du das getan?“: Umgelegter Schalter Schuld an Flugzeugabsturz
FOTO: EPA/RAJAT GUPTA
3 Min. Lesezeit |

Der Flugzeugabsturz von Air India, der vor einem Monat 260 Menschenleben forderte, könnte auf eine plötzlich unterbrochene Treibstoffversorgung zurückzuführen sein. Die Boeing-Maschine stürzte am 12. Juni kurz nach dem Start in Ahmedabad in ein Wohngebiet und ging in Flammen auf. Bei dem Unglück kamen 241 Menschen an Bord sowie 19 Personen am Boden ums Leben. Ein einziger Passagier, ein britischer Staatsbürger, überlebte das Unglück.

Das Flugzeug befand sich auf dem Weg nach London. Laut einem vorläufigen Untersuchungsbericht der indischen Flugunfallbehörde wechselten die Kraftstoffregler beider Triebwerke unmittelbar nach dem Start nahezu zeitgleich in die Position „Abgeschaltet“. Die Aufzeichnungen des geborgenen Stimmenrekorders belegen die Verwirrung im Cockpit: Ein Pilot fragte seinen Kollegen, warum dieser den Kraftstoffschalter umgelegt habe, worauf dieser entgegnete, dies nicht getan zu haben.

Aus dem Bericht geht nicht hervor, ob diese Aussage vom Kapitän oder vom Ersten Offizier stammte. Air India verzichtete auf eine Stellungnahme zu den ersten Untersuchungsergebnissen.

Technische Erkenntnisse

Dem Bericht zufolge verlor die Boeing 787 Dreamliner nach einem plötzlichen Schubverlust rapide an Höhe. Die Ursache für die veränderten Schalterpositionen bleibt vorerst ungeklärt. Überwachungskameras am Flughafen dokumentierten, dass während des anfänglichen Steigflugs das Ram-Air-Turbinen-Notfallsystem aktiviert wurde.

Der Untersuchungsbericht schließt einen Vogelschlag als mögliche Unfallursache aus. „In der Nähe der Flugbahn wurden keine signifikanten Vogelaktivitäten beobachtet.“ Die Maschine hatte bereits an Höhe verloren, bevor sie die Flughafenumzäunung überquerte.

⇢ Flugzeugabsturz in Indien: Wurden die Triebwerke absichtlich lahmgelegt?

Die Behörde teilte mit, dass in diesem Stadium der Ermittlungen „keine Handlungsempfehlungen für die Betreiber und Hersteller von Boeing 787-8 und/oder GEnx-1B-Triebwerken“ vorliegen. An den Untersuchungen sind auch Fachleute von Boeing, der US-Luftfahrtbehörde und des Triebwerkherstellers GE beteiligt.

Die vorläufigen Untersuchungen bestätigen, dass die Kraftstoffregler von der Position „Run“ auf „Cutoff“ wechselten, was den unmittelbaren Schubverlust erklärt. Obwohl die Ermittlungen noch andauern, wird ein systemischer Fehler des Kraftstoffregelsystems derzeit nicht bestätigt.

Experteneinschätzungen

Air India bestätigte den Erhalt des vorläufigen Berichts, lehnte jedoch aufgrund der laufenden Ermittlungen eine detaillierte Stellungnahme ab. Der amerikanische Luftfahrtexperte John Cox betonte, dass ein versehentliches Umlegen der Schalter durch einen Piloten nahezu ausgeschlossen sei. „Man kann da nicht versehentlich anstoßen und sie bewegen sich.“

Beide Piloten galten als erfahren mit insgesamt rund 19.000 Flugstunden, davon mehr als 9.000 auf dem Flugzeugtyp 787. Seit dem Unglück steht Air India unter verstärkter Aufsicht. Bereits zuvor hatte die indische Luftfahrtbehörde die Fluggesellschaft wegen Verstößen gegen die vorgeschriebenen Ruhezeiten für Piloten verwarnt.

Zusätzlich kündigte die europäische Flugsicherheitsagentur EASA eine Untersuchung der Billigfluglinie Air India Express an.

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KO KOSMO-Redaktion
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