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KÜNDIGUNG

Wegen Auslandsaufenthalt: Wienerin aus Wohnung geworfen

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(FOTO: iStock)

In einer Wohnung in der Wiener Ungargasse, bekam eine Mieterin die Wohnungskündigung wegen ihres Aufenthalts im Ausland. Der Mietvertrag war ursprünglich unbefristet.

Weil sie immer wieder und zwar für mehrere Monate ihre Stieftochter in Deutschland besuchte, erhielt die 88-jährige Pensionistin eine Kündigung ihrer unbefristeten Mietwohnung, so berichtet „Heute.at“. Als sie wegen Corona und einem Spitalsaufenthalt im Nachbarland länger nicht in ihrer Wohnung war, kam die böse Überraschung per Post.

Laut dem Schreiben sollte sie bis zum 31. Oktober ausziehen. Die Begründung dafür: Ihr Lebensmittelpunkt sei nicht in Wien, sondern in Deutschland.

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„Ich lebe hier seit 44 Jahren, bin tief verwurzelt. Wenn ich die Wohnung verlasse, dann nur mit den Füßen voran“, so die betagte Wienerin. Der Eigentümer des Hauses, ein zudem bekannter Investor, sieht das anders und heuert einen Detektiv an: „Frau K. ist im Juli 2018 aus der Wohnung ausgezogen. Sie hat ihren Lebensmittelpunkt nach Deutschland verlegt. Wir haben daher den Mietvertrag zu den vorgesehenen Fristen gekündigt.“

Gemeinsam mit ihrem Sohn engagierte die Dame einen Anwalt und erhob Einspruch, da sie „nie mehr als sechs Monate weg“ war, so die Erklärung vor dem Bezirksgericht. Die Chancen ihre Wohnung zu behalten stehen dabei gut: Wenn Frau K. nachweisen kann, dass ihr Lebensmittelpunkt hier ist – auch, wenn sie länger im Ausland war – hat der Vermieter keine Chance. Wichtig ist, dass man beweisen kann, dass man nicht dauerhaft weg ist und eine klare Rückkehrabsicht vorliegt,“ so MieterHilfe-Chef Christian Bartok.

Das Haus in dem die Dame haust, soll zu einer Liegenschaft auf der Landstraßer Hauptstraße gehören, in dem das ehemalige Hotel „Roter Hahn“ untergebracht war, was nun aber seit 20 Jahren leer steht. Gerüchten zufolge soll der Eigentümer dieses abreißen und dort Luxus-Wohnungen erbauen wollen. Die Vorwürfe werden jedoch abgestritten: „Ein möglicher Abbruch und eine Neubebauung ist auf Jahre nicht in Sicht.“

Quelle: Heute.at