WhatsApp bleibt nicht länger werbefrei. Der Messenger führt schrittweise Anzeigen ein – zunächst im Status-Bereich und in den neuen Kanälen, während private Chats verschont bleiben.
Die Werbeflut in Apps erreicht nun auch WhatsApp. Seit langem stand die Frage im Raum, wie der Mutterkonzern Meta den beliebten Messenger profitabel gestalten will. Anders als viele Konkurrenten verzichtet WhatsApp bislang auf kostenpflichtige Abonnements oder Premium-Funktionen für die breite Nutzerbasis. Die naheliegende Alternative – Werbeanzeigen – wird nun schrittweise umgesetzt. Diese Anzeigen werden voraussichtlich personalisiert erscheinen, basierend auf den abonnierten Kanälen und dem Standort der Nutzer. Erfreulich für viele Anwender: Die privaten Chats und Gruppenkonversationen sollen weiterhin werbefrei bleiben.
Erste Werbeplatzierungen
Das Fachportal „Wabetainfo“ hat in der neuesten Testversion von WhatsApp bereits erste Werbeplatzierungen entdeckt. Betroffen sind zwei Bereiche der App: Zum einen werden im „Status“-Bereich zwischen den Beiträgen von Kontakten nun gesponserte Inhalte eingeblendet – vergleichbar mit dem Werbemodell bei Instagram-Stories oder Facebook. Zum anderen tauchen Anzeigen in den kürzlich eingeführten „Kanälen“ auf, über die Prominente, Organisationen und Medienunternehmen Inhalte an ein breites Publikum verteilen können, ohne dass Nutzer dort selbst Nachrichten verfassen können.
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Österreich und Europa vorerst ausgenommen
Während die Werbeeinführung in vielen Teilen der Welt bereits läuft, bleiben WhatsApp-Nutzer in Österreich und dem restlichen Europa vorerst verschont. Meta plant die Ausspielung von Werbung im Status- und Kanalbereich für europäische Nutzer frühestens ab 2026. Der Grund: Datenschutzrechtliche Bedenken und laufende Prüfungen durch die irische Datenschutzbehörde verzögern den Rollout in der EU erheblich.
Datenschützer in Alarmbereitschaft
Die Verzögerung in Europa hängt mit grundsätzlichen Datenschutzbedenken zusammen. Kritiker sehen vor allem die geplante Verknüpfung von Nutzerdaten aus WhatsApp mit anderen Meta-Diensten wie Facebook und Instagram zur Personalisierung der Werbung kritisch. Nach Einschätzung der irischen Datenschutzbehörde könnte dies gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstoßen. Meta betont hingegen, dass für die Werbeausspielung keine Inhalte aus privaten Chats verwendet werden und die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unberührt bleibt.
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