Marko Arnautovic hat sein Wort gehalten und ist zu Roter Stern Belgrad gewechselt. Rund 300 Anhänger des serbischen Traditionsklubs bereiteten dem österreichischen Nationalspieler einen begeisterten Empfang in der serbischen Hauptstadt, wobei die rot-weißen Vereinsfarben das Bild dominierten. In den sozialen Netzwerken des Vereins schlägt die Verpflichtung hohe Wellen.
„Der Klub hat alles richtig gemacht, Marko ist jeden Dinar (serbische Währung) wert. Ein Weltklassespieler wie er wird Roter Stern enorm voranbringen„, schwärmte ein Unterstützer. Ein anderer Fan betonte die emotionale Komponente: „Das ist echte Vereins- und Heimatliebe. Bravo Marko“ – eine Anspielung auf Arnautovics serbische Wurzeln väterlicherseits.
„Die bedeutendste Verstärkung in der Klubgeschichte“, jubelte ein weiterer Anhänger. Laut der serbischen Zeitung „Blic“ hat kein Neuzugang seit Dragan Stojkovic im Jahr 1986 für vergleichbare Aufregung bei Roter Stern gesorgt.
⇢ Millionen-Deal und neue Rückennummer für Arnautovic
Emotionale Rückkehr
Ein vom Verein veröffentlichtes Bild zeigt einen nachdenklichen Arnautovic auf der nach Sinisa Mihajlovic benannten Tribüne im legendären „Marakana“-Stadion von Belgrad. Mihajlovic, der Arnautovic 2021 als Bologna-Coach zurück nach Italien holte, war für den Österreicher mehr als nur ein Trainer – er war ein Mentor.
„Ich habe Sinisa versprochen, dass ich zu Roter Stern komme. Jetzt bin ich hier“, erklärte Arnautovic in einer Videobotschaft.
Lukrativer Vertrag
Der Wechsel dürfte sich für den 35-Jährigen auch finanziell auszahlen. Sein Vertrag soll ihm in den kommenden zwei Jahren insgesamt 5 Millionen Euro netto einbringen. Serbische Medien berichten zudem von lukrativen Bonuszahlungen: 200.000 Euro netto für die Champions-League-Qualifikation, je 5.000 Euro für Tore oder Vorlagen in der Königsklasse und der heimischen Liga, 50.000 Euro für die Ligaphase der Europa League sowie 30.000 Euro für den nationalen Meistertitel.
Zum Vergleich: Bei Rapid Wien hatte Arnautovic Gehaltsvorstellungen von 3 Millionen Euro, wobei in Österreich die Steuerbelastung höher ausfällt. In Serbien kann er pro Saison etwa eine Million Euro mehr netto verbuchen.
Sportlich lockt zudem die Champions League – Roter Stern, achtmaliger Serienmeister in Folge, startet die Qualifikation in Gibraltar. Beim Rückspiel soll Arnautovic bereits mit der Rückennummer 89 auflaufen.
⇢ Arnautovic-Hammer: Inter-Star hat einen neuen Club gefunden
Sein Ligadebüt könnte der Stürmer am Samstag gegen OFK geben.
Bedeutung für Klub und Karriere
Mit seinem Wechsel nach dem Auslaufen seines Vertrags bei Inter Mailand wird der Wiener zum bestbezahlten Spieler in der Geschichte von Roter Stern. Generaldirektor Zvezdan Terzic unterstrich die Bedeutung des Transfers: „Mit seiner Erfahrung und Qualität wird Arnautovic unser Team deutlich verstärken. Alle Spieler werden von seiner Präsenz profitieren.“
Die Wahl der Rückennummer 89 hat übrigens eine doppelte Bedeutung – sie steht nicht nur für Arnautovics Geburtsjahr, sondern bezieht sich auch auf die Fan-Gruppe „Delije Sever 1989“, was die Verbundenheit des Stürmers zum Klub unterstreicht.
Der Transfer wurde von der Klubführung als Volltreffer gewertet. „Arnautovic ist ein Spieler, wegen dem die Leute ins Stadion kommen“, hieß es aus Vereinskreisen. Der erfahrene Stürmer mit 125 Länderspielen und 41 Toren für Österreich soll Roter Stern vor allem in der Champions League weiterbringen. Nach seiner aktiven Karriere ist dem Vernehmen nach auch eine Rolle im Verein für Arnautovic vorgesehen.