Im Herzen der Donaustadt, an der innovativen Grenze der Bildungslandschaft Wiens, treibt Thomas Fitzko, 37, mit fester Hand und klaren Regeln die Mittelschule am Campus Berresgasse voran. Als jüngster Schuldirektor der Stadtregierung blickt der gebürtige Kärntner auf fünf Jahre des Wirkens zurück, in denen er nicht nur Bildung, sondern auch Lebensweise und berufliche Vorbereitung in den Mittelpunkt rückt.

Kleidervorschriften als Zeichen der Berufsvorbereitung
Unterstützt von einem motivierten Kollegium betont Fitzko vor allem eine Regelung, die über die bloße Kleiderordnung hinausgeht: ein striktes Verbot von Jogginghosen. „Das Ziel ist es, den Schülern die Unterscheidung zwischen Freizeit und Arbeit, zwischen Schule und Zuhause zu vermitteln“, erklärt er. Der Direktor sieht in der Einhaltung solcher Richtlinien eine fundamentale Vorbereitung auf das Berufsleben, die vielen seiner Schüler bisher fremd zu sein scheint.
Die Herausforderung: Einbindung der Eltern
Fitzko schildert offen die Lasten und Herausforderungen des Bildungsalltags, der nicht selten von fehlender elterlicher Unterstützung überschattet wird. Die Kommunikation und Mitarbeit der Eltern seien, trotz intensiver Bemühungen des Lehrpersonals, oftmals mangelhaft. „Die Hebelwirkung für eine positive Veränderung liegt außerhalb unserer direkten Kontrolle“, bedauert Fitzko. Er plädiert für mehr Verantwortungsübernahme seitens der Eltern, sowohl in Bildungsfragen als auch in der Wertevermittlung.
Attacken im Klassenzimmer und der Ruf nach Verstärkung
Die Schule steht auch im Kampf gegen verbale und physische Konflikte im Unterricht, welche die Lehrqualität maßgeblich beeinträchtigen. „Die Notwendigkeit, Konflikte in angemessener Weise zu lösen, ist eine Kompetenz, die vielen unserer Schüler fehlt“, so Fitzko. Als Lösung sieht er ein fixes, multiprofessionelles Team, das direkt am Campus agieren könnte – eine dringende Maßnahme, die nicht nur den Unterricht, sondern auch das soziale Lernumfeld entscheidend verbessern würde.
Kleinere Klassen und mehr Autonomie
Zu guter Letzt streicht Fitzko die Vision einer Schule der Zukunft heraus, in der kleinere Klassen, echte Entscheidungsfreiheit und besser vorbereitetes Lehrpersonal keine Seltenheit mehr sind. „Es geht nicht nur um Bildung im herkömmlichen Sinne, sondern um die ganzheitliche Entwicklung junger Menschen zu verantwortungsvollen und kompetenten Mitgliedern der Gesellschaft“, resümiert der Direktor mit Nachdruck. Die Mittelschule am Campus Berresgasse bewegt sich damit an der Spitze der Bildungsinnovation.