Start NEWS POLITIK „Wir haben Pristinas Vorschlag abgelehnt“: Serbien schickt Soldaten an kosovarische Grenze
BELGRAD-PRISTINA

„Wir haben Pristinas Vorschlag abgelehnt“: Serbien schickt Soldaten an kosovarische Grenze

(FOTOS: zVg.)

Bereits den fünften Tag in Folge blockiert die serbische Bevölkerung am Kosovo die Grenzübergänge Jarinje und Brnjak wegen eines Kennzeichenstreits. Nun reagiert auch Belgrad.

Hintergrund für die Grenzblockade ist ein Streit um Kennzeichen zwischen Serbien und dem Kosovo. Seit etwa einer Woche beschlagnahmt die kosovarische Polizei Nummernschilder mit dem Kürzel KS (severa Kosova – Norden des Kosovos).

Außerdem müssen alle Fahrzeuge, die mit serbischen Kennzeichen in den Kosovo einreisen, Kurzzeitkennzeichen und eine Versicherung bezahlen. Derzeit sind nur jene Nummernschilder gültig, die das Kürzel RKS (Republik Kosovo) tragen. Diese Maßnahme provozierte Proteste von Serben aus dem Nordkosovo und der serbischen Regierung in Belgrad. Pristina erklärte, dass es sich um Gegenseitigkeitsmaßnahmen handle.

EU fordert Lösung des Konflikts
Mittlerweile hat sich auch Brüssel zu Wort gemeldet und fordert, dass Belgrad und Pristina ihren Disput beiseitelegen. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić denkt jedoch nicht daran, da er das Gefühl habe, dass „Serben immer zurückstecken“ müssen. Seine kosovarische Amtskollegin Vjosa Osmani konterte damit, dass die großserbische Politik Belgrad eine „Rückkehr in die 90er Jahre“ sei.

Vučić forderte auch die internationale Gemeinschaft auf, „mit Priština zu in Kontakt zu treten, damit Serbien keine Maßnahmen ergreifen muss“. Ferner forderte der serbische Präsident die Serben aus dem Kosovo auf, Pristinas Provokationen nicht zum Opfer zu fallen.

Serbische Truppen an Grenze geschickt
Kürzlich tagte der Nationale Sicherheitsrat in Belgrad, wo man über die „Kompromisslösung“ diskutierte, die der Kosovo Serbien vorschlug. Wie Vučić betonte, habe man den Vorschlag abgelehnt, da er „eine Demütigung Serbiens darstelle“.

Der serbische Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic sagte bei einem Besuch in den Kasernen Raška und Novi Pazar am 23. September, dass die serbischen Truppen an der Grenze zum Kosovo in Alarmbereitschaft seien.