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Umstrukturierung

Wohnbau-Stadträtin & Vizebürgermeisterin: Kathrin Gaál tritt zurück

Wohnbau-Stadträtin & Vizebürgermeisterin: Kathrin Gaál tritt zurück
(FOTO: Stadt Wien / Martin VOTAVA)
4 Min. Lesezeit |

Überraschender Machtwechsel im Wiener Rathaus: Vizebürgermeisterin Gaál tritt zurück, während Barbara Novak aufsteigt und Mieterschützerin Hanel-Torsch ins Stadtregierungsteam rückt.

Die SPÖ Wien vollzog am Montag überraschend einen bedeutenden Personalwechsel in der Stadtregierung. Bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am frühen Nachmittag wurden weitreichende Umstrukturierungen bekannt gegeben. Der Abgang von Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál kam für viele unerwartet, galt sie doch als enge Vertraute von Bürgermeister Michael Ludwig und als einflussreiche Vertreterin der Außenbezirke. Die in Wien-Favoriten politisch verwurzelte Gaál wurde in manchen Kreisen sogar als potenzielle Nachfolgerin Ludwigs gehandelt, obwohl sie öffentliche Auftritte eher meidet.

Bürgermeister Ludwig eröffnete die Pressekonferenz mit dem Hinweis, dass alle personellen Entscheidungen einstimmig getroffen worden seien. Er erklärte, Gaál habe ihm erst kürzlich ihren Wunsch mitgeteilt, beruflich neue Wege einzuschlagen und nicht bis zur Pension in der Politik zu verbleiben. „Es ist ein harter Schlag, liebe Kathrin“, betonte Ludwig und verwies auf die stehenden Ovationen, mit denen ihre Leistungen in den Parteigremien gewürdigt wurden.

Gaál, die seit 2018 als Stadträtin für Wohnen und Frauen verantwortlich zeichnet und seit 2020 das Amt der Vizebürgermeisterin und Landeshauptmann-Stellvertreterin bekleidet, wird ihre Funktion noch bis Ende März ausüben. Ludwig gab bekannt, dass Elke Hanel-Torsch ihre Nachfolge antreten wird. Die designierte Stadträtin ist derzeit nicht nur Nationalrätin und Vorsitzende der Mietervereinigung Wien, sondern auch Bezirksparteivorsitzende in Wien-Margareten – jenem Bezirk, der bei der letzten Wien-Wahl eine empfindliche Niederlage erlitt und in dem nicht der SPÖ-Kandidat, sondern der Grüne Michael Luxenberger zum Bezirksvorsteher gewählt wurde.

Neue Stadträtin

Die aus Kärnten stammende Hanel-Torsch ist seit 2006 bei der Mietervereinigung Wien tätig und hat zuvor Rechtswissenschaften in Wien studiert. Seit 2016 steht sie an der Spitze der Landesorganisation der Mietervereinigung. Die 45-Jährige demonstriert ihre Fachkompetenz im Wohnbereich regelmäßig beim Wohntelefon des KURIER, wo sie Leseranfragen beantwortet.

Unter Hanel-Torschs Führung erkämpfte die Mietervereinigung Wien im Jahr 2025 mehr als 2,6 Millionen Euro für Mieterinnen und Mieter, vorwiegend durch die Überprüfung von Miethöhen und Betriebskosten. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf leistbarem Wohnen. Sie verfolgt das Ziel, unbefristete Mietverträge zu fördern und die Befristung von Mietverträgen grundsätzlich zu untersagen.

Hanel-Torschs Nationalratsmandat wird künftig von Christoph Matznetter übernommen, der vom Bundesrat in den Nationalrat wechselt. Das durch Gaáls Rücktritt frei werdende Amt der Vizebürgermeisterin wird an die derzeitige Finanzstadträtin Barbara Novak gehen. „Ich war entschlossen, dass wieder eine Frau als Vizebürgermeisterin eingesetzt wird“, erklärte Ludwig und fügte hinzu, dass diese Position Novak in Zeiten der Budgetkonsolidierung mehr politisches Gewicht verleihen werde.

Gaáls Abschied

Die Spekulationen um Gaáls politische Zukunft fanden damit ein Ende. Sichtlich bewegt übergab sie am Montag symbolisch „das Staffelholz“ an ihre Kolleginnen Novak und Hanel-Torsch. „Es war mein Wunsch, meine politischen Funktionen zurückzulegen. Es war keine leichte Entscheidung, es ist aber der richtige Zeitpunkt“, erklärte Gaál. Sie dankte Ludwig „herzlich dafür, dass ich Teil deiner Wiener Melange sein durfte“. Über ihre konkreten beruflichen Zukunftspläne wollte sie sich noch nicht äußern.

Gaál fand lobende Worte für ihre Nachfolgerin Barbara Novak: „Kathrin Gaál hat ein wichtiges Ressort übernommen und ist in große Fußtapfen getreten“. Besonders hob sie Gaáls frauenpolitisches Engagement hervor: „Wer, wenn nicht du als Frauenpolitikerin, darf selbstbestimmt entscheiden, wie dein Weg weitergeht?“

Novak selbst betonte, dass ihre neue Position eine deutliche Aufwertung und neue Kraft bedeute. „Finanzpolitik ist in der jetzigen Zeit das Bohren harter Bretter“, sagte sie und fügte hinzu, dass ihr das Vizebürgermeisterinnenamt dabei Unterstützung bieten werde.

Die künftige Stadträtin Hanel-Torsch zeigte sich erfreut über ihre Ernennung: „Ich kann den Wienerinnen und Wienern versprechen, dass ich die neue Aufgabe mit viel Einsatz und Herzblut bestreiten werde.“

Sie selbst habe erst wenige Stunden zuvor von ihrer Berufung erfahren.

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KO KOSMO-Redaktion
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