Im Kampf gegen laute Motoren und übermäßigen Auspufflärm setzt das Wiener Rathaus künftig auf automatische Lärmmessungen. Das Umweltministerium bestätigt die gesundheitsgefährdende Lärmbelastung in der Bundeshauptstadt. Verkehrslärm stört sowohl Anrainer als auch die Stadtverantwortlichen erheblich.
Die neu formierte Stadtregierung will daher prüfen, wie Lärmblitzer im Wiener Straßennetz installiert werden können. Aus technischer Sicht stehen dem Vorhaben keine Hindernisse im Weg. Die Messgeräte arbeiten mittlerweile mit vergleichbarer Präzision wie die bekannten Geschwindigkeitsmessanlagen.
Bewährte Technik
Besonders bewährt hat sich das in Frankreich entwickelte System „Qualle“ (méduse), das dort bereits seit fünf Jahren im Einsatz ist.
Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass vor einer tatsächlichen Umsetzung noch verschiedene Herausforderungen zu bewältigen sind.
Rechtliche Hürden
Für den praktischen Einsatz von Lärmblitzern muss in Österreich zunächst eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden. Anders als in Frankreich, wo spezielle Dekrete den Betrieb der Anlagen regeln, fehlen hierzulande entsprechende Bestimmungen im Straßenverkehrsrecht. Diese wären jedoch unerlässlich, um die automatische Erfassung und Sanktionierung von Lärmverstößen rechtssicher zu ermöglichen.
In Frankreich werden Verstöße gegen die Lärmgrenzwerte mit Bußgeldern von 135 Euro geahndet. Wie hoch die Strafen in Österreich ausfallen könnten und welche genauen Grenzwerte gelten sollen, müsste im Rahmen der gesetzlichen Anpassungen noch festgelegt werden.
📍 Ort des Geschehens