Strompreissenkung in Niederösterreich: Ab 2026 zahlen EVN-Kunden nur noch 10 Cent pro Kilowattstunde – mit zusätzlichem Rabatt während des sommerlichen „Sonnenfensters“.
Ab April 2026 führt der niederösterreichische Energieversorger EVN einen neuen Stromtarif ein, der für zahlreiche Haushalte in Niederösterreich finanzielle Entlastung verspricht. Kunden im Netzgebiet der Netz NÖ werden künftig durchschnittlich nur noch rund 10 Cent netto pro Kilowattstunde zahlen – eine deutliche Reduktion gegenüber den bisherigen Preisen. Das Angebot gilt für die gesamte Kundschaft, wobei Neukunden und Wechsler zusätzlich von einem Bonus profitieren können.
Besonders vorteilhaft gestaltet sich der Tarif für jene Haushalte, die ihren Stromverbrauch gezielt in die Sommermonate verlegen. Während des sogenannten „Sonnenfensters“ zwischen 10 und 16 Uhr gewährt der Versorger einen zusätzlichen Rabatt auf den Netz-Arbeitspreis. Die EVN weist darauf hin, dass Verbraucher durch geschicktes Timing von Haushaltsgeräten und E-Auto-Ladungen ihre Energiekosten weiter senken können.
Erhebliche Einsparungen
Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden errechnet die EVN eine jährliche Ersparnis von etwa 190 Euro, was einer Reduktion der Stromkosten um 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Grundlage für dieses neue Tarifmodell bilden der abgeschlossene Smart-Meter-Rollout, modernisierte IT-Systeme, automatisierte Abrechnungsverfahren sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen des neuen Strommarktgesetzes.
Ein wesentlicher Faktor ist zudem die effiziente Nutzung von Solarenergie während der sonnenreichen Monate.
Politischer Druck
Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ihr Stellvertreter Stephan Pernkopf (beide ÖVP) hatten in den vergangenen Wochen wiederholt Druck auf die EVN ausgeübt, die Strompreise zu senken. „Sie können davon ausgehen, dass die Botschaft gehört wird“, hatte Mikl-Leitner kürzlich bei einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern und Sozialpartnern erklärt.
Nun zeigt sie sich mit der Entscheidung des Landesenergieversorgers zufrieden: „Die Botschaft ist angekommen: Der Bund hat mit dem Strommarktgesetz jetzt die Grundlage dafür geschaffen. Darum ist es die logische Konsequenz, dass die EVN diese Chance nützt, um die Tarife weiter zu senken. Mit heute ist das amtlich. Und das ist auch gut so.“
Auch Pernkopf äußerte sich positiv zu den Preissenkungen: „Die Menschen spüren Tag für Tag, dass vieles immer teurer wird. Daher sehe ich es als wichtige Aufgabe, das Leben wieder leichter zu machen – auf diesem Weg ist uns jetzt ein Schritt gelungen.“