Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Drogenfahndung

170 Kilo Drogen: Grazer Boss lebte unter falscher Identität

170 Kilo Drogen: Grazer Boss lebte unter falscher Identität
(FOTO: LPD Steiermark)
2 Min. Lesezeit |

Falsche Identität, ein Versteck nahe Ljubljana und 170 Kilo Drogen – das Ende einer langen Jagd kam unerwartet schnell.

Nach jahrelanger Flucht hat ein international gesuchter Grazer Drogenhändler in Slowenien gefasst werden können – die Handschellen klickten am Ende einer langen Fahndung. Dem 30-Jährigen werden schwerwiegende Drogendelikte zur Last gelegt. Ermittlern des Stadtpolizeikommandos Graz gelang es in Zusammenarbeit mit internationalen Behörden, einen bedeutenden Schlag gegen den organisierten Suchtgifthandel zu landen. Der österreichische Staatsbürger soll über Jahre hinweg im Verborgenen ein weitverzweigtes Netzwerk gelenkt haben.

Massiver Drogenhandel

Das Ausmaß der vorgeworfenen Taten ist beträchtlich: Seit 2022 soll der Beschuldigte mehr als 170 Kilogramm Suchtmittel in Umlauf gebracht haben – darunter 16,5 Kilogramm Heroin, 20,5 Kilogramm Kokain, 47 Kilogramm Amphetamin, 2,3 Kilogramm Methamphetamin sowie rund 85 Kilogramm Cannabisprodukte. Darüber hinaus sollen mehrere Kilogramm Ketamin und tausende Ecstasy-Tabletten gehandelt worden sein. Bei der Festnahme in Slowenien stießen die Behörden außerdem auf ein Lager, in dem sich mehrere Kilogramm synthetischer Drogen sowie Heroin und Kokain befanden.

Bereits seit 2022 entzog sich der Mann dem Zugriff der Justiz. Nach mehrfachen Festnahmen in Graz tauchte er ab und hielt sich zunächst über längere Zeit in Kroatien auf, bevor er sich vorwiegend in Slowenien aufhielt. Dort lebte er unter einer falschen Identität, verwendete gefälschte slowakische Dokumente und mietete zuletzt ein Haus in der Nähe von Ljubljana. Von diesem Standort aus soll er den Drogenhandel weiter koordiniert haben.

Über ein Netz von Kurierfahrern wurden regelmäßig größere Suchtgiftmengen in die Steiermark transportiert. Den Zugang zu internationalen Kartellen soll der Verdächtige über einen bereits verurteilten Mittäter gehabt haben, gegen den eine Haftstrafe von 20 Jahren verhängt wurde – das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Operation „Haribo“

Am 23. Jänner 2026 wurde der Gesuchte schließlich in Slowenien festgenommen. Die Aktion war das Ergebnis enger Kooperation zwischen dem Kriminalreferat Graz und der slowenischen Polizei. Bereits am Vortag hatten Grazer Ermittler den wichtigsten Kurier des Netzwerks unmittelbar nach einer Lieferung auf frischer Tat festgenommen.

Im Rahmen der Operation „Haribo“ wurden auch die weiteren Strukturen des Netzwerks zerschlagen: Steiermarkweit konnten 25 Subdealer ausgeforscht und festgenommen werden, von denen viele bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden.

Der Hauptverdächtige wurde am 9. Februar 2026 nach Österreich ausgeliefert und befindet sich seither in der Justizanstalt Graz-Jakomini in Untersuchungshaft.