Ein Schneesturm, 3.700 Meter Höhe, null Sicht – zwei Alpinisten kämpfen am Großglockner ums Überleben.
Am Sonntagmorgen machten sich zwei tschechische Alpinisten auf den Weg, den Großglockner über den sogenannten Stüdlgrat zu besteigen. Das Vorankommen gestaltete sich jedoch mühsam und zäh. Als die Dunkelheit einsetzte, blieb dem Duo keine andere Wahl, als auf rund 3.700 Metern Seehöhe ein Notbiwak einzurichten und dort inmitten eines Schneesturms die Nacht zu überstehen.
Der Stüdlgrat auf den Großglockner gilt als deutlich anspruchsvoller als der Normalweg und wird in Tourenbeschreibungen als hochalpine Route mit Kletterstellen bis zum oberen dritten Schwierigkeitsgrad (III/III+) sowie als Hochtour der Schwierigkeit ZS beziehungsweise ZS- eingestuft.
Rettung im Schneesturm
Noch am frühen Morgen hatte der Mann über sein Mobiltelefon einen Notruf abgesetzt, wie die Polizei mitteilte. Da die widrigen Wetterverhältnisse eine Bergung per Hubschrauber direkt vor Ort ausschlossen, stiegen zwei Mitglieder der Bergrettung Kals am Großglockner zu den erschöpften Bergsteigern auf.
Die Retter versorgten die beiden Tschechen, woraufhin diese gemeinsam mit den Bergrettern selbständig über den Normalweg zur Erzherzog-Johann-Hütte absteigen konnten. Am Montagvormittag wurden sie schließlich vollständig in Sicherheit gebracht.
Am Einsatz beteiligt waren insgesamt sechs Kräfte der Bergrettung Kals am Großglockner, ein Alpinpolizist sowie der Polizeihubschrauber Libelle Tirol.