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Umweltskandal

35.000 Tonnen Giftmüll aus EU: Zehntausende protestieren in Kroatien

35.000 Tonnen Giftmüll aus EU: Zehntausende protestieren in Kroatien
FOTO: EPA
2 Min. Lesezeit |

Giftmüll aus dem Ausland, verseuchtes Grundwasser, politische Untätigkeit – Kroatien steht vor einem Skandal mit europäischer Dimension.

Zehntausende Menschen sind in Zagreb auf die Straße gegangen, um gegen die Regierung von Ministerpräsident Andrej Plenkovic zu demonstrieren. Auslöser der Proteste ist eine illegale Mülldeponie in der Nähe von Gospić, auf der giftige Abfälle aus Italien und Deutschland lagern. Die Demonstrierenden machen der Regierung schwere Vorwürfe der Untätigkeit und verlangen unter anderem ein generelles Importverbot für Müll sowie die vollständige Sanierung illegaler Deponien.

Europols Ermittlungen

Die europäische Strafverfolgungsbehörde Europol ist in die laufenden Ermittlungen zu dem Fall eingebunden. Bislang wurden 13 Verdächtige festgenommen. Die Festnahmen erfolgten laut Europol am 13. Februar 2025. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, als Teil eines kriminellen Netzwerks die illegalen Abfälle importiert und an mindestens drei Standorten in Kroatien vergraben oder abgeladen zu haben. Das Netzwerk soll dabei einen geschätzten Gewinn von mindestens 4 Millionen Euro erzielt haben.

Europol zufolge wurden mindestens 35.000 Tonnen problematischer Abfälle auf illegalem Weg nach Kroatien verbracht. Europol hatte damals erklärt, der meiste Müll sei über verschiedene Firmen illegal aus Italien gekommen, aber auch aus Slowenien und aus Deutschland. Es handle sich um Plastikmüll sowie um giftige Abfälle aus Krankenhäusern.

Gefahr für Grundwasser

Kroatische Umweltaktivisten gehen davon aus, dass allein im Raum Gospić rund 37.000 Tonnen Abfall widerrechtlich deponiert wurden. Getragen wird der Protest maßgeblich von der Organisation Gospić je naš dom (übersetzt: „Gospić ist unser Zuhause“). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration verlangen neben einer umgehenden Deponiesanierung auch die Erarbeitung eines grundlegend neuen Konzepts für das Abfallmanagement.

Besonders hervorgehoben wird dabei die Gefahr, die von den kontaminierten Ablagerungen für das Grundwasser der betroffenen Region ausgeht.

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KO KOSMO-Redaktion
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