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Preisschock

378 Millionen Euro Verlust: Wiener Öffi-Krise zwingt Fahrgäste zur Kasse

378 Millionen Euro Verlust: Wiener Öffi-Krise zwingt Fahrgäste zur Kasse
FOTO: Wiener Linien/Manfred Helmer
2 Min. Lesezeit |

Dramatische Finanzlage bei den Wiener Linien: Nach einem Rekordverlust von 378 Millionen Euro müssen Fahrgäste tiefer in die Tasche greifen.

Die Jahreskarte der Wiener Linien kostet nun um 100 Euro mehr. Diese Preisanpassung erfolgt vor dem Hintergrund einer angespannten Finanzlage des Verkehrsunternehmens, das im vergangenen Geschäftsjahr einen Fehlbetrag von 378 Millionen Euro verbuchen musste. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Verlust damit mehr als verdreifacht, denn 2023 belief sich das Minus noch auf 102 Millionen Euro. Wien als Eigentümerin der Verkehrsbetriebe kämpft selbst mit erheblichen finanziellen Herausforderungen und muss ein Budgetdefizit von 3,8 Milliarden Euro bewältigen.

⇢ Preiserhöhungen ab Jänner 2026: Das kommt auf uns zu!

Die Preiserhöhung von 365 auf 467 Euro ab 1. Jänner 2026 ist die erste nach 13 Jahren Preisstabilität. Künftig soll die Jahreskarte jährlich angepasst werden. Die Stadt Wien begründet die Maßnahme mit der Notwendigkeit, die Zuschüsse zur Deckung der Betriebskosten zu reduzieren – zuletzt betrugen diese 485 Millionen Euro pro Jahr.

Fahrgastzahlen steigen trotz Defizit

Die Wiener Linien verzeichneten 2024 einen Fahrgastanstieg von 6,8 Prozent auf 873 Millionen Fahrgäste. Gleichzeitig erreichte die Zahl der Stammkunden einen neuen Höchstwert von 1,3 Millionen, wobei der Großteil davon eine Jahreskarte besitzt. Der Verkehrserfolg steht damit im deutlichen Kontrast zur prekären Finanzlage.

Steigende Personalkosten

Dem kürzlich veröffentlichten Geschäftsbericht zufolge sind hauptsächlich die steigenden Personalausgaben für die roten Zahlen verantwortlich. Der Aufwand für Mitarbeiter wuchs von 659 auf 743 Millionen Euro an. Ausschlaggebend dafür waren sowohl Gehaltserhöhungen als auch ein deutlicher Personalzuwachs – die Belegschaft vergrößerte sich von 8922 auf 9537 Beschäftigte. Zusätzlich belasteten gestiegene Ausgaben für Material und Rohstoffe die Bilanz des Unternehmens.

Negativer Cashflow

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Eine weitere Verschlechterung zeigt sich beim Cashflow des Verkehrsbetriebs. Während die Wiener Linien 2023 noch einen positiven Zahlungsmittelüberschuss von 106 Millionen Euro verzeichneten, kehrte sich diese Entwicklung im Vorjahr ins Gegenteil: Die Ausgaben überstiegen die Einnahmen um 87 Millionen Euro.

Die Wiener Stadtwerke als Mutterkonzern übernahmen durch ihre Finanzierungstochter, die Wiener Stadtwerke Finanzierungs-Services GmbH, Garantien für Bankdarlehen der Verkehrsbetriebe. Gerald Zmuegg vom Beratungsunternehmen Finanzombudsteam warnt: „Die Analyse der Jahresabschlüsse zeigt, dass Preisdeckel nur eine Aufschiebung neuer Belastungen für den Bürger sind. Je länger sie dauern, umso böser ist dann das Erwachen.“

Der Finanzexperte empfiehlt, nach Einsparmöglichkeiten zu suchen.

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KO KOSMO-Redaktion
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