Start NEWS POLITIK 5 Gründe, wieso HC Strache bei den Serben nicht mehr ankommt
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5 Gründe, wieso HC Strache bei den Serben nicht mehr ankommt

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Foto: Instagram, zVg

Heinz-Christian Strache wurde auf serbischen Veranstaltungen in Österreich vor einigen Jahren noch wie ein Popstar gefeiert.

Ein Selfie mit dem rechtspopulistischen Politiker gehörte genauso zum Pflichtprogramm wie Pljeskavica oder das obligate mitternächtliche „kolce“, der Reigentanz. Nun ja, trotz Straches Rückkehr in die Politik hat HC mittlerweile bei der Community mehr als schlechte Karten – sogar bei den nationalistischen Teilen, die ihn einst wegen der befürwortenden Aussagen über eine Abspaltung der Republika Srpska oder seiner Selfies mit Ceca liebten. Doch kommen wir zu den fünf Punkten, die zeigen, wieso die Tage von HC in der serbischen Community endgültig gezählt sind…

1. HC’s Bruch mit seiner serbischen „Familie“
Wer denkt, Ibiza habe Strache in der Community ausschließlich geschadet, der irrt: Manche finden den „Yugo-Betrugo“-Bonus sicherlich auch sympathisch und die Art, wie er sich im Video benimmt, erinnert sie an die vertrauten, patriarchalen, teils gut bedienten Macho-Politiker vom Balkan, die hin und wieder mal die Sau raus lassen. Sein größtes Problem ist aber, dass die serbischen Politiker in der FPÖ, die einst darum buhlten, wer neben HC auf dem Parteifoto stehen darf, nun nicht mehr über HC sprechen. Der Wiener Landtagsabgeordnete Nemanja Damnjanović oder seine niederösterreichiche Kollegin Vesna Schuster blieben bei Kickl und Hofer bzw. in der FPÖ. Die sogenannte blaue SŠSS-Familie (Samo Štrahe Srbe spašava = „Nur der Strache rettet die Serben”) ist zerbrochen wie das ehemalige Jugoslawien.

Der Wiener Landtagsabgeordnete Nemanja Damnjanović, hier im Bild mit dem Wiener FPÖ-Obmann Dominik Nepp, blieb der Freiheitlichen Partei treu. Die Serben, die Strache um sich in der FPÖ versammelt hat, konnte er scheinbar nicht für sein neuestes “Projekt” begeistern. FOTO: Facebook / N. Damnjanović

2. Kosovo verraten?
Für viele serbische patriotische Politiker war die Kosovo-Frage oft der Startpunkt ihrer politischen Karrieren. Auch Slobodan Milošević wurde in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts erst am Amselfeld zum Star der Massen, die ihn später mehrmals zum Präsidenten wählten. Für viele war der Kosovo aber auch letztlich der Untergang – so auch für HC. Jahrelang predigte er im „Kosovo ist Serbien“ T-Shirt, er werde alles in seiner Macht stehende tun, um die serbischen nationalen Interessen am Kosovo zu verteidigen. Als er in die Regierung mit Sebastian Kurz kam, hatte diese jedoch eine komplett andere Linie. Nicht nur, dass die von der FPÖ nominierte Außenministerin Karin Kneissl öffentlich mehrmals die Unabhängigkeit des Kosovos verteidigte. Nein, auch Straches Büro dementierte Aussagen, er habe gemeint, „der Kosovo sei ein Teil Serbiens“. Spätestens da stiegen viele Serben aus. In ihren Augen, klarerweise, ein Hochverrat des „heiligen Landes“.

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