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Infrastrukturprojekt

57 Kilometer Tunnel, 10 Jahre Bauzeit: Kroatiens Bahn-Mammutprojekt startet

57 Kilometer Tunnel, 10 Jahre Bauzeit: Kroatiens Bahn-Mammutprojekt startet
(FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Grünes Licht für Kroatiens Mega-Bahnprojekt: Die neue Flachlandstrecke zwischen Zagreb und Rijeka nimmt nach behördlicher Genehmigung konkrete Formen an.

Das Umweltministerium hat die Genehmigung für den Flachlandbahnabschnitt Skradnik – Krasica – Tijani erteilt. Diese Entscheidung folgt auf die bereits im Mai erteilte Genehmigung für den Streckenabschnitt zwischen Karlovac und Ostarije bzw. Skradnik. Laut Ministeriumsbeschluss ist das Projekt unter Einhaltung der vorgeschriebenen Umweltschutzmaßnahmen und Überwachungsprogramme sowohl für die Umwelt als auch für das ökologische Netzwerk verträglich.

Mit dieser Genehmigung sind nun die Voraussetzungen für die Umsetzung dieses wirtschaftlich bedeutsamen Eisenbahnprojekts geschaffen, das in mehreren Phasen realisiert werden soll. Als das größte Infrastrukturprojekt des modernen Kroatiens wird es maßgeblich aus dem EU-Kohäsionsfonds mitfinanziert. Für die Erstellung der Konzeptentwürfe und die Erlangung von Standortgenehmigungen wurden bereits Millionenverträge unterzeichnet: rund 1,5 Millionen Euro für den Abschnitt Karlovac – Ostarije/Skradnik und über 3 Millionen Euro für die Dokumentation des Abschnitts Skradnik – Krasica – Tijani. An den Planungsarbeiten sind die Unternehmen Granova, ZPD, BBD – Bridge&Building Design, Mobilita Vision und Geotehnicki Studio beteiligt.

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Die Fertigstellung der Planungsdokumente ist für Februar bzw. November 2026 vorgesehen.

Projektumfang und bereits laufende Arbeiten

Nach Angaben der Kroatischen Eisenbahnen (HZ) wird die neue Flachlandstrecke zwischen Zagreb und Rijeka eine Gesamtlänge von 111 Kilometern haben. Davon entfallen 39,1 Kilometer auf den Abschnitt zwischen Karlovac und Ostarije/Skradnik sowie 72,2 Kilometer auf die Strecke zwischen Skradnik, Krasica und Tijani. Die Fertigstellung wird die Zugverbindung zwischen den beiden Städten um 56 Kilometer verkürzen.

Bereits im Bau befindet sich der 44 Kilometer lange Abschnitt zwischen Hrvatski Leskovac und Karlovac, für den die Bauarbeiten im Oktober 2022 begannen. Dieser mit rund 228 Millionen Euro veranschlagte Teilabschnitt soll bis April 2025 fertiggestellt werden und wird ebenfalls für Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h ausgelegt.

Kroatien erhält damit eine moderne zweigleisige Strecke für gemischten Verkehr mit einer Auslegung für Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h. Das Projekt umfasst fünf neue Bahnhöfe, einen Haltepunkt, 17 Viadukte mit einer Gesamtlänge von 10 Kilometern sowie 14 Tunnel mit einer Gesamtlänge von 57 Kilometern.

Die größten Herausforderungen stellen die Tunnel Kapela 1 mit einer Länge von 10 Kilometern und Kapela 2 mit 15 Kilometern dar, die durch die Gebirgsmassive von Velika und Mala Kapela führen werden. Die Fertigstellung der gesamten Flachlandstrecke ist voraussichtlich bis spätestens 2035 geplant und gilt als entscheidend für die volle Kapazitätsauslastung von Rijeka.

Wirtschaftliche Bedeutung

Schätzungen zufolge könnte der Hafen bis 2040 einen wirtschaftlichen Effekt von etwa 2,5 Milliarden Euro erzielen. Bei einer früheren Fertigstellung der Bahnstrecke bereits im Jahr 2032 könnte dieser Wert sogar auf 3,3 Milliarden Euro steigen und rund 8.600 neue Arbeitsplätze schaffen.

Parallel dazu wurde eine Ausschreibung für den Konzeptentwurf der neuen Vatikanska-Straße veröffentlicht, die Teil eines Verkehrssystems sein wird, das das Netz der Zagreber Verkehrsbetriebe (ZET) mit dem künftigen Krankenhaus in Blato verbinden soll. Die Planung umfasst nicht nur Schienen entlang der Vatikanska-Straße, sondern auch auf der gesamten Strecke von Savski Gaj, wo ein neuer Straßenbahnkreisel entstehen soll, bis zur Horvacanska-Straße.

Kritiker bemängeln allerdings die lange Bauzeit von zehn Jahren für eine 111 Kilometer lange Bahnstrecke mit einer Höchstgeschwindigkeit von nur 160 km/h. Sie verweisen darauf, dass in China und Japan bereits Hochgeschwindigkeitszüge mit 500 km/h verkehren.

Mit einer durchschnittlichen Baurate von lediglich 10 Kilometern pro Jahr sei das Projekt im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähig – vor 150 Jahren seien Eisenbahnstrecken sogar schneller gebaut worden.

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KO KOSMO-Redaktion
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