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Gehaltsreport

95.000 Euro im Jahr: Wo man 2026 in Österreich am meisten verdient

95.000 Euro im Jahr: Wo man 2026 in Österreich am meisten verdient
Foto: iStock
4 Min. Lesezeit |

IT, Banken, Energie – und eine Stadt, die Wien vom Thron stößt. Der neue Gehaltsreport liefert überraschende Zahlen.

Hohe Lebenshaltungskosten haben das Thema Einkommen für Beschäftigte in Österreich wieder stärker in den Vordergrund gerückt. Ein aktueller Gehaltscheck gibt nun Aufschluss darüber, welche Branchen die höchsten Löhne zahlen – und wo die regionalen Spitzenwerte zu finden sind. Klarer Spitzenreiter unter den Sektoren ist erneut die IT-Branche: Mit einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt von 62.673 Euro liegt sie weit über dem österreichweiten Mittelwert von 51.185 Euro. Schon im Jahr davor hatte die IT die Rangliste angeführt, damals noch mit einem Wert knapp unterhalb der 59.000-Euro-Marke – die Gehälter sind seither merklich gestiegen.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen das Bankwesen sowie der Energiesektor, die ihre Positionen aus dem Vorjahr behaupten konnten. Bankangestellte erzielen im Jahresdurchschnitt 58.660 Euro brutto, im Energiebereich sind es 58.231 Euro. Beide Branchen bleiben damit knapp unter der 60.000-Euro-Schwelle, gehören aber nach wie vor zu den einkommensstärksten Bereichen Österreichs. Neu in den vorderen Rängen finden sich Forschung und Entwicklung mit 57.695 Euro sowie der Maschinenbau mit durchschnittlich 56.699 Euro – zwei Bereiche, die Medizin/Pharma und Beratung/Consulting aus den Top fünf verdrängt haben.

Noch deutlicher werden die Einkommensunterschiede beim Blick auf einzelne Berufsgruppen. Die höchsten Gehälter verzeichnen Ärztinnen und Ärzte, die im Schnitt mehr als 95.000 Euro brutto jährlich verdienen. Dahinter rangieren Softwarearchitektinnen und Softwarearchitekten mit rund 82.500 Euro. Auch Manager, Product Owner und Key Account Manager zählen zu den Spitzenverdienern – sie alle kommen auf deutlich mehr als 70.000 Euro im Jahr.

Regionale Unterschiede

Auch zwischen den Bundesländern und Städten bestehen spürbare Unterschiede. Auf Länderebene führen Wien, Vorarlberg und Oberösterreich das Ranking an: In Wien liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen bei 53.293 Euro, Vorarlberg folgt mit 52.740 Euro, Oberösterreich mit 51.461 Euro. Salzburg bleibt mit einem Wert knapp unter 50.000 Euro bereits etwas dahinter. Im Städtevergleich überraschend: Nicht Wien, sondern Linz belegt den ersten Platz – mit einem Durchschnittsgehalt von 53.330 Euro, das minimal über dem der Bundeshauptstadt liegt. Dahinter folgen Villach, Graz und Salzburg.

Neben der Branche und dem Standort erweist sich auch die Betriebsgröße als relevanter Einflussfaktor. Den höchsten Verdienst bieten Unternehmen mit 1.000 bis 10.000 Beschäftigten, wo Vollzeitkräfte im Schnitt rund 55.800 Euro brutto jährlich erhalten. In kleinen Betrieben mit bis zu 50 Mitarbeitenden liegt dieser Wert mit etwa 49.100 Euro deutlich niedriger.

Erfahrung & Gender-Gap

Erheblichen Einfluss auf das Gehalt hat darüber hinaus die Berufserfahrung. Wer gerade ins Berufsleben einsteigt und bis zu drei Jahre Erfahrung mitbringt, verdient im Schnitt rund 42.700 Euro. Nach sechs bis zehn Jahren im Beruf steigt das Einkommen auf etwa 52.600 Euro, bei mehr als zehn Jahren Erfahrung auf knapp 57.800 Euro. Wer zusätzlich Personalverantwortung übernimmt, kann mit einem weiteren Gehaltsplus von durchschnittlich 8.600 Euro pro Jahr rechnen. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt im Bankwesen: Dort wächst das Gehalt vom Berufseinstieg bis zu einer Erfahrung von mehr als zehn Jahren um rund 41 Prozent – mit Führungsverantwortung sogar um fast 60 Prozent. Im Branchendurchschnitt beläuft sich der Einkommenszuwachs durch Leitungsfunktionen auf rund 27 Prozent.

Kaum verändert hat sich hingegen die Einkommensdifferenz zwischen den Geschlechtern. Frauen kommen laut der Auswertung auf ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt von 45.699 Euro, Männer auf 54.424 Euro. Der Gender-Pay-Gap beträgt damit rund 16 Prozent und zieht sich durch alle Karrierestufen – vom Berufseinstieg bis in Führungspositionen. Fachleute sehen in der geplanten Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie eine Chance, diese Lücke zu verkleinern. Allerdings hat Österreich die Umsetzungsfrist am 7. Juni 2026 ungenutzt verstreichen lassen und gehört damit zu den säumigen Mitgliedstaaten. Die Richtlinie sieht vor, dass Arbeitgeber mit mindestens 100 Beschäftigten künftig regelmäßig Berichte über geschlechtsspezifische Entgeltunterschiede veröffentlichen müssen – Unternehmen mit 250 oder mehr Mitarbeitenden ab 7. Juni 2027 jährlich, Unternehmen mit 150 bis 249 Mitarbeitenden ab 7. Juni 2027 alle drei Jahre. Entscheidend wird jedoch sein, wie konsequent Politik und Unternehmen die neuen Vorgaben umsetzen.

Grundlage der Auswertung ist der jüngste Gehaltsreport der Arbeitgeberbewertungsplattform Kununu, für den mehr als 91.000 Gehaltsangaben von Vollzeitbeschäftigten ausgewertet wurden.

Berücksichtigt wurden Meldungen zwischen Jänner und Dezember 2025, inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

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KO KOSMO-Redaktion
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