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Asylanträge

Schweden verschärft Migrationspolitik: Mehr Aus- als Einwanderung

Schweden verschärft Migrationspolitik: Mehr Aus- als Einwanderung
FOTO: EPA/SZOLT SZIGETVARY
3 Min. Lesezeit |

Nachdem Schweden seine Migrationspolitik seit 2015 deutlich verschärft hat, zeigt dies nun markante Auswirkungen: Zum ersten Mal seit über fünf Jahrzehnten verzeichnet das Land mehr Auswanderer als Einwanderer. Auch Staatsbürger aus Krisenländern verlassen vermehrt das Land.

Rückgang der Asylgesuche

Ein weiterer Beleg für die Auswirkungen der strikten Migrationspolitik ist der signifikante Rückgang der Asylgesuche. Im ersten Halbjahr 2024 sank die Zahl der neu eingereichten Asylanträge um 27 Prozent auf 5.600, während die Zahlen in anderen EU-Staaten stabil blieben. Diese Entwicklung ist ein direktes Ergebnis der harten Maßnahmen, die Schweden seit der Flüchtlingskrise 2015 verfolgt.

Gründe und Maßnahmen

Der Anstoß für diese radikale Wende in der Migrationspolitik war der massive Zustrom von 80.000 Asylsuchenden innerhalb weniger Monate im Jahr 2015. Insbesondere in Großstädten wie Malmö und Stockholm verschärfte sich die Lage durch steigende Kriminalität und das Entstehen von Parallelgesellschaften in Migrantenvierteln. Die Regierung sah sich gezwungen, strenge Maßnahmen zu ergreifen, um den Zugang zum Land zu erschweren.

Zu den zentralen Maßnahmen gehörten die Einführung rigider Grenzkontrollen und die Pflicht für Verkehrsunternehmen, nur Passagiere mit gültigen Identitätsnachweisen zu befördern. Dies führte zu einem drastischen Rückgang der Asylgesuche. Zusätzlich spielt die geografische Lage Schwedens eine Rolle, die es Flüchtlingen erschwert, das Land zu erreichen.

Aufenthaltsgenehmigungen und Familiennachzug

Ein weiteres Instrument zur Reduzierung der Zuwanderung war die Einführung von befristeten Aufenthaltsgenehmigungen für anerkannte Flüchtlinge. Nach drei Jahren wird der Schutzstatus überprüft und die Genehmigung kann zurückgezogen werden, sollten sich die Umstände im Herkunftsland geändert haben oder Unregelmäßigkeiten festgestellt werden. Diese Unsicherheit schreckt viele potenzielle Asylsuchende ab.

Gleichzeitig wurde der Familiennachzug stark eingeschränkt. Nur anerkannte Flüchtlinge dürfen innerhalb der ersten drei Monate nach ihrer Ankunft Familienangehörige nachholen, und dies auch nur, wenn sie deren Unterhalt finanzieren können.

Strikte Handhabung abgelehnter Asylanträge

Ein weiterer Unterschied zur österreichischen Migrationspolitik zeigt sich bei der rigorosen Handhabung abgelehnter Asylanträge in Schweden. Abgewiesene Flüchtlinge erhalten nach Ablauf der Ausreisefrist keinerlei Unterstützung mehr, sofern sie keine Kinder haben. Dies soll den Druck erhöhen, das Land freiwillig zu verlassen, wobei der Staat eine finanzielle Unterstützung für die Rückkehr anbietet.

Schwedische Migrations- und Sozialpolitik

Die gegenwärtige schwedische Regierung plant, die Hürden für den Bezug von Sozialleistungen weiter zu erhöhen. Migranten sollen erst vollen Zugang zum Wohlfahrtsstaat erhalten, wenn sie in Schweden gearbeitet und Beiträge geleistet haben. Diese Maßnahme, welche derzeit noch diskutiert wird, würde einen signifikanten Bruch mit den bisherigen Prinzipien des schwedischen Sozialstaats darstellen.

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Langfristige Auswirkungen und Bedenken

Obwohl Schweden Erfolge in der Reduktion der Zuwanderung erzielt hat, könnten die langfristigen Konsequenzen der negativen Wanderungszahlen problematisch werden. Es gibt Bedenken, dass gut ausgebildete und ambitionierte Migranten das Land verlassen, was die wirtschaftliche Zukunft Schwedens gefährden könnte.

Vergleich mit anderen Ländern

In der schwedischen Migrationsdebatte spielen EU-Bürger eine untergeordnete Rolle, da die Mehrheit der Zuwanderer aus Drittstaaten stammt. Trotz des höheren Lohnniveaus in Schweden, das das Land theoretisch attraktiver für EU-Arbeitskräfte macht, verzeichnen andere Länder wie die Schweiz größere Erfolge bei der Integration von Migranten.

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KO KOSMO-Redaktion
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