In Österreich stieg 2024 die Zahl der FSME-Fälle auf 158. Besonders Personen über 50 waren betroffen. Impfungen könnten schwere Verläufe verhindern.
Im Jahr 2024 stieg die Zahl der hospitalisierten Patienten mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in Österreich auf 158 Fälle, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den 104 Fällen des Vorjahres, wie der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller berichtet. Während der Pandemie in den Jahren 2022 und 2020 waren die Zahlen mit 179 bzw. 216 Fällen sogar noch höher. Vor 2017 waren die Fallzahlen aufgrund einer hohen Impfrate deutlich niedriger.
Der Impfstoffhersteller-Verband hebt hervor, dass im vergangenen Jahr viele der schweren FSME-Fälle vermeidbar gewesen wären, insbesondere bei Personen über 50 Jahren. Auch einige Kinder erkrankten schwer und mussten ins Krankenhaus, was die Annahme widerlegt, dass Kinder keine schweren Krankheitsverläufe haben.
Der Verband zieht eine mittelmäßige Bilanz und appelliert an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Die jährliche Aufklärungskampagne und die FSME-Impfaktion sind bereits gestartet.
Häufigkeit und Verbreitung
Die Zahl der FSME-Erkrankungen schwankt jährlich, ähnlich wie in Deutschland und der Schweiz. Diese Schwankungen resultieren aus verschiedenen sozioökonomischen, klimatischen und ökologischen Faktoren, erklärt der Verband. „Wie hoch die Infektionszahlen tatsächlich sind, ist schwer abzuschätzen“, erklärt Rainer Gattringer, Ärztlicher Leiter am Institut für Hygiene und Mikrobiologie am Klinikum Wels-Grieskirchen, da viele Erkrankungen mild verlaufen und unerkannt bleiben.
Oberösterreich verzeichnete mit 49 hospitalisierten Patienten die meisten Fälle, gefolgt von der Steiermark mit 22 und Salzburg mit 19 Fällen. Die Steiermark ist im Vergleich zu den Vorjahren im Ranking aufgestiegen.
Die meisten Erkrankungen traten während der warmen Sommermonate auf, wobei der Höhepunkt ungewöhnlich früh im Juni mit 48 Fällen erreicht wurde. Die erste Erkrankung wurde im März registriert, die letzte im Dezember, was darauf hindeutet, dass FSME zunehmend das ganze Jahr über ein Thema ist. Ganz Österreich gilt als Endemiegebiet mit wechselnden Hotspots. 64 Prozent der Betroffenen waren über 50 Jahre alt, und von den insgesamt 158 Fällen waren 21 Kinder betroffen. Der jüngste Patient war zwei Jahre alt, der älteste 86.
Schwere Krankheitsverläufe
Mehr als die Hälfte der Betroffenen (53 Prozent) erkrankte schwer und zeigte neurologische Symptome wie Hirnhaut-, Rückenmarks- oder Nervenwurzelentzündungen. Glücklicherweise gab es, wie schon 2023, auch 2024 keinen Todesfall.
„Im schlimmsten Fall erholen sich die Patienten nie mehr vollständig“, so Gattringer. Regelmäßige Impfungen können FSME-Erkrankungen weitgehend verhindern. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen, die erste sollte idealerweise in der kalten Jahreszeit erfolgen, gefolgt von Auffrischungen alle drei bis fünf Jahre, abhängig vom Alter. Der österreichische Impfplan empfiehlt die Impfung für alle Einwohner, da kein Bundesland frei von FSME ist.
Der österreichische Impfplan empfiehlt die Impfung für alle Einwohner, da kein Bundesland frei von FSME ist.
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