Nach massiven russischen Luftangriffen auf Kiew mit neun Toten ändert Trump plötzlich seinen Ton und fordert Putin zum Stopp auf – ein überraschender Kurswechsel.
US-Präsident Donald Trump hat den russischen Staatschef Wladimir Putin nach den jüngsten Luftangriffen auf Kiew mit deutlichen Worten zum Einlenken aufgefordert. Auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte Trump eine unmissverständliche Botschaft: „Ich bin nicht glücklich über die russischen Angriffe auf Kiew. Sie sind nicht notwendig und kommen zu einem sehr schlechten Zeitpunkt. Wladimir, STOPP!“ Jede Woche sterben 5000 Soldaten. Lasst uns das Friedensabkommen zu Ende bringen!“
Russland hatte zuvor eine massive Angriffswelle gegen zahlreiche ukrainische Städte gestartet. Mehr als 200 Raketen, Marschflugkörper und Kamikaze-Drohnen trafen unter anderem die Hauptstadt Kiew. Die Bilanz allein in der ukrainischen Metropole: neun Todesopfer und über 70 Verletzte. Zahlreiche Wohngebäude in Kiew wurden bei den nächtlichen Attacken zerstört.
Trumps Friedensinitiative
Die scharfe Kritik des US-Präsidenten an den russischen Militäroperationen kommt unerwartet. Noch tags zuvor hatte Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für das vorläufige Scheitern seiner Friedensinitiative verantwortlich gemacht. Der umstrittene Plan hätte Moskau etwa ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets zugesprochen – die Krim mit rechtlicher Anerkennung sowie die besetzten Gebiete in Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson faktisch.
Im Gegenzug wären sämtliche seit 2014 verhängten Sanktionen gegen Russland aufgehoben worden, während die Ukraine lediglich vage „Sicherheitsgarantien“ erhalten hätte – allerdings ohne direkte Zusagen der Vereinigten Staaten. Der Vorschlag stieß sowohl in Kiew als auch bei den europäischen Partnern auf Ablehnung.
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Internationale Reaktionen
Die Europäische Union, Großbritannien und Frankreich distanzierten sich von Trumps Initiative. Einzig Russland signalisierte Bereitschaft, unter den vom amerikanischen Präsidenten skizzierten vorteilhaften Bedingungen auf weitere territoriale Vorstöße zu verzichten. Während Washington von einer Einigung spricht, setzt Putin seine Angriffe auf ukrainisches Territorium fort.
Die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens haben Trumps Vorschlag in offiziellen Stellungnahmen als „inakzeptabel“ und „gefährlichen Präzedenzfall“ zurückgewiesen. Die führenden europäischen NATO-Partner betonten dabei, dass territoriale Zugeständnisse an Russland einer Preisgabe grundlegender Prinzipien des Völkerrechts gleichkämen.
Statt Teilungsdeals favorisieren die Europäer eine Fortsetzung der militärischen und wirtschaftlichen Unterstützung für die Ukraine und pochen auf eine Lösung unter Wahrung der territorialen Integrität, wie sie auch im EU-Beitrittsprozess und im Friedensformel-Format der Ukraine festgehalten ist. Als unmittelbare Reaktion auf die neue russische Angriffswelle haben Polen und andere NATO-Staaten ihre Luftwaffe in höchste Alarmbereitschaft versetzt, um den eigenen Luftraum und die Westukraine vor möglichen Überschlägen des Konflikts zu schützen.
Der als ultimativ präsentierte „Friedensplan“ für die Ukraine erweist sich als problematischer als zunächst angenommen. Beobachter interpretieren den massiven russischen Angriff der vergangenen Nacht als direkte Reaktion auf die Weigerung Kiews, einer dauerhaften Besetzung des Landes und der Legitimierung der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim von 2014 zuzustimmen.
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Nach verbreiteter Einschätzung versucht der russische Machthaber damit, die Ukraine zur Kapitulation zu zwingen und die Regierung unter Druck zu setzen, das Abkommen anzunehmen – mit dem Ziel, weiteres Blutvergießen in der Zivilbevölkerung zu verhindern.