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Bildungsstreit

Erst Ergebnisse, dann Klopapier!“ – Bürgermeister bestraft Schüler für schlechte Noten

Erst Ergebnisse, dann Klopapier!“ – Bürgermeister bestraft Schüler für schlechte Noten
EPA-EFE/CJ GUNTHER
2 Min. Lesezeit |

Ein rumänischer Bürgermeister greift zu drastischen Mitteln: Wegen schlechter Schulleistungen sollen Kinder auf Toilettenpapier und den Schulbus verzichten.

Der Bürgermeister einer rumänischen Gemeinde hat mit einer ungewöhnlichen Maßnahme für Aufsehen gesorgt. Joan-Kristinel Kondrea, Gemeindeoberhaupt von Rediu in Rumänien, kündigte an, grundlegende Schulleistungen wie Toilettenpapier, Reinigungsmittel und den Schulminibus zu streichen – als Reaktion auf die aus seiner Sicht unbefriedigenden Leistungen der Schüler.

Bei einer Sitzung des Gemeinderats machte Kondrea seinem Unmut Luft: „Ehrlich gesagt bin ich von der Schule enttäuscht und möchte erst Ergebnisse sehen, bevor wir Vergünstigungen gewähren.“ Der Bürgermeister zog dabei Parallelen zur Privatwirtschaft, wo man ineffiziente Projekte nicht weiterfinanziere.

Heftige Kritik

Die Ankündigung stieß umgehend auf heftige Kritik. Besonders der Wegfall des Schulbusses würde Kinder aus abgelegenen Dörfern treffen, die täglich zur Schule pendeln müssen. Ein Gemeinderat betonte die Bedeutung dieser Leistungen für die Bekämpfung von Schulabbrüchen, gerade in ländlichen Regionen.

Die Aufzeichnung der Gemeinderatssitzung verbreitete sich rasch auf sozialen Medien. Ein TikTok-Nutzer kommentierte ironisch: „Ich schlage vor, dass auch in den Gemeinden Toilettenpapier gestrichen wird, bis die Wahlversprechen erfüllt sind.“

Ministerium schaltet sich ein

Inzwischen hat das rumänische Bildungsministerium eine offizielle Untersuchung des Falls eingeleitet. Die Behörde stellte klar, dass Gemeinden gesetzlich verpflichtet sind, grundlegende Schulinfrastruktur einschließlich sanitärer Einrichtungen und Transportmöglichkeiten bereitzustellen.

Ehemalige Bildungsministerin Ligia Deca verurteilte das Vorgehen des Bürgermeisters als „inakzeptablen Verstoß gegen das Bildungsgesetz“ und drohte mit finanziellen Sanktionen gegen die Gemeinde Rediu, sollte Kondrea seine Ankündigung tatsächlich umsetzen.

Ob der Bürgermeister von Rediu angesichts des wachsenden Drucks seine Drohung zurückziehen wird, bleibt abzuwarten.

In der Gemeinde stellt man sich derweil die Frage, ob Strafen für schlechte Schulleistungen ausgerechnet zu Lasten der Kinder gehen sollten.

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KO KOSMO-Redaktion
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