Gemeinsam statt einsam: ChatGPT entwickelt eine neue Lernfunktion, die auf Dialog statt Monolog setzt und das KI-gestützte Bildungserlebnis revolutionieren könnte.
ChatGPT testet neue Lernfunktion
Einigen Abonnenten des KI-Chatbots ChatGPT ist kürzlich eine neue Funktion im Werkzeugmenü aufgefallen. Die als „Study Together“ bezeichnete Option soll offenbar das Lernerlebnis mit der Künstlichen Intelligenz grundlegend verändern. Statt wie bisher direkte Antworten zu liefern, setzt die Funktion verstärkt auf Interaktion – sie stellt dem Nutzer mehr Fragen und fordert eigene Antworten ein.
Diese Entwicklung ähnelt OpenAIs Antwort auf Googles Bildungsinitiative LearnLM. Bislang bleibt jedoch unklar, ob die Funktion auch für mehrere Teilnehmer gleichzeitig konzipiert ist oder ob sie künftig auch ohne kostenpflichtiges Abonnement zur Verfügung stehen wird.
Aktuelle Nutzung
Im Bildungsbereich wird ChatGPT bereits vielfältig eingesetzt. Lehrkräfte nutzen den Chatbot zur Erstellung von Unterrichtsplänen, während Schülerinnen und Schüler ihn sowohl als Nachhilfe-Tool als auch zum Verfassen von Arbeiten verwenden.
Wie Tech Crunch berichtet, ist die genaue Ausrichtung der neuen „Study Together“-Funktion derzeit noch nicht abzusehen.
Interaktives Lernen für bessere Ergebnisse
Nach ersten Rückmeldungen von Testnutzern scheint der neue dialogbasierte Ansatz von „Study Together“ vielversprechend zu sein. Die Funktion bindet Lernende durch gezielte Fragen, Quizformate und praxisorientierte Übungsaufgaben aktiv ein – ein deutlicher Kontrast zum bisherigen Modell, bei dem Nutzer oft nur fertige Antworten erhalten.
Eine aktuelle MIT-Studie zeigt, dass bei der herkömmlichen ChatGPT-Nutzung die kognitive Aktivierung und das Erinnerungsvermögen der Nutzer vergleichsweise gering ausfallen. „Study Together“ könnte diese Schwachstelle beheben, indem es metakognitive Trägheit vermeidet und die kritische Auseinandersetzung mit Lerninhalten fördert.
Bildungsexperten sehen in diesem Ansatz einen wichtigen Fortschritt, um das problematische „Copy-and-Paste“-Lernen zu reduzieren und stattdessen höhere Denkfähigkeiten zu entwickeln. Die neue Funktion orientiert sich dabei an etablierten pädagogischen Prinzipien, die auf Selbstreflexion und aktive Wissenskonstruktion setzen – ein deutlicher Unterschied zu herkömmlichen KI-Lernwerkzeugen, die oft zu passivem Konsumieren verleiten.