Nach einem Hinweis auf bellende Hunde folgte der brutale Angriff: Ein Pitbull verletzte eine Frau schwer, während der Halter jede Hilfe verweigerte und ihr Handy mitnahm.
Ein unangeleinter Pitbull attackierte Mitte Juni eine 56-jährige Frau an der Höhlistraße in Altstätten im Schweizer Kanton St. Gallen. Die Frau saß auf einer Bank bei einer Raststation, als der Hundehalter mit zwei nicht angeleinten Pitbulls vorbeikam. Nach Aussage des Ehemanns der Verletzten sprach seine Frau den Mann darauf an, dass dessen erster Hund im Auto bellte. „Er hat sie angesehen, dann seinen Hund – und dann genickt. Ich bin überzeugt: Das war das Signal zum Angriff“, schildert der Ehemann den Vorfall.
Der Hund stürzte sich auf die Frau, riss sie zu Boden und fügte ihr Verletzungen an Bein, Hals und Brust zu. Ein Drittel ihres rechten Ohrs wurde abgebissen, die Haut dahinter abgerissen. Die Verletzte flüchtete in eine nahegelegene Hütte und bat den Hundehalter um Unterstützung.
Verweigerte Hilfe
Dieser verweigerte jedoch jede Hilfe und nahm ihr sogar das Mobiltelefon weg, als sie den Notruf wählen wollte. Mit starken Blutungen und Schmerzen blieb die Frau ohne Kommunikationsmöglichkeit zurück. Der aggressive Hund lief währenddessen weiterhin frei vor der Hütte umher. Die verletzte Frau wagte sich aus Angst nicht ins Freie.
Schließlich stieg der Hundebesitzer mit dem Tier ins Auto, nahm das Handy der Frau mit und entfernte sich vom Tatort. Die Schwerverletzte schleppte sich trotz ihrer Verletzungen zur Straße und hielt ein vorbeifahrendes Fahrzeug an. Der hilfsbereite Fahrer brachte sie nach Hause, von wo aus ihr Mann sie ins Krankenhaus fuhr und die Behörden verständigte.
📍 Ort des Geschehens
Laufende Ermittlungen
Die Kantonspolizei bestätigt den Eingang einer Meldung über einen Hundebiss am 12. Juni. Das abgetrennte Ohrstück wurde später im Erdreich entdeckt – allerdings erst rund zweieinhalb Stunden nach dem Angriff und ohne Kühlung.
Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen ein Ermittlungsverfahren gegen eine tatverdächtige Person eingeleitet, zu einer Festnahme kam es jedoch nicht. Kantonstierarzt Lukas Kenel erklärt: „Der Hund ist keine Gefahr mehr für die öffentliche Sicherheit.“ Nach dem Vorfall seien entsprechende Maßnahmen ergriffen worden, welche genau, bleibt jedoch unklar.
Die Ermittlungen dauern an, es gilt die Unschuldsvermutung.
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