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Gesundheit

Ärzte schlagen Alarm: Tödliche Pilzinfektion befällt das Gehirn

Ärzte schlagen Alarm: Tödliche Pilzinfektion befällt das Gehirn
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein resistenter Hirnpilz alarmiert Mediziner weltweit. Nach sieben Monaten intensiver Behandlung überlebte ein Patient in den Emiraten – ein seltener Erfolg gegen den tödlichen Erreger.

Nach einer Hirnpilzinfektion schlagen Mediziner Alarm: Ein Patient in den Vereinigten Arabischen Emiraten erkrankte an dem gefährlichen Erreger Candida auris, nachdem er mit einem Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Fast drei Monate nach seiner Aufnahme wurde die Infektion diagnostiziert – bei Tests im Anschluss an einen chirurgischen Eingriff zur Entfernung von Flüssigkeitsansammlungen im Gehirn. Die Therapie umfasste zunächst dreiwöchige antimykotische (pilzhemmende) Injektionen, gefolgt von einer 15-tägigen intravenösen Zweifach-Medikation und schließlich einer elftägigen Tablettenbehandlung. Erst nach unauffälligen Bluttestergebnissen und mehreren negativen Nachweisen konnte der Patient nach insgesamt sieben Monaten das Krankenhaus verlassen.

Im Fachjournal „Journal of Medical Case Reports“ betonen die behandelnden Mediziner: „Der übermäßige Einsatz von Antimykotika in der Landwirtschaft und im Gesundheitswesen hat zur Entwicklung einer Antimykotika-Resistenz bei C. auris beigetragen.“ Nach unserem Kenntnisstand ist dies der erste Fallbericht, der die erfolgreiche Behandlung einer Infektion dokumentiert.

Globale Ausbreitung

Der Krankheitserreger wurde erstmals 2009 im Ohr eines Patienten in Japan entdeckt und hat sich seither in über 40 Ländern auf sechs Kontinenten ausgebreitet. In Kliniken kann der Pilz wochenlang auf Oberflächen und medizinischen Geräten überdauern. Besonders problematisch: Auf der menschlichen Haut verursacht er keine Symptome, was die Übertragung zwischen Patienten begünstigt.

Über Wunden oder verunreinigte medizinische Instrumente kann er in den Körper eindringen und schwerwiegende Infektionen auslösen, die sich auf lebenswichtige Organe ausbreiten.

Wachsende Bedrohung

Die bislang überschaubare Anzahl an Medikamenten gegen Pilzinfektionen scheint künftig nicht mehr auszureichen. Aktuelle Studien belegen eine zunehmende Resistenzentwicklung bei den meisten Pilzarten. Besonders der unkontrollierte Einsatz von Antimykotika in Ländern mit rezeptfreier Verfügbarkeit verstärkt diesen besorgniserregenden Trend.

Das höchste Risiko tragen immungeschwächte Personen sowie Patienten nach Intensivbehandlungen oder spezifischen Antibiotikatherapien. Die Weltgesundheitsorganisation hat Candida auris mittlerweile auf ihre Liste der gefährlichsten humanpathogenen (krankheitserregenden) Pilze gesetzt.

Lage in Europa und Deutschland

Auch in Europa bereitet sich der Erreger weiter aus: 2023 wurden in den USA bereits 4.514 klinische C. auris-Fälle registriert, während europäische Behörden anhaltende Ausbrüche in mehreren Ländern melden. In Deutschland haben die Gesundheitsbehörden 2023 eine bundesweite Meldepflicht für Candida-auris-Nachweise etabliert. Seitdem wurden vereinzelte Fälle nachgewiesen, Todesfälle sind in Deutschland jedoch bislang nicht bekannt.

Experten empfehlen frühe Labordiagnostik und konsequente Infektionskontrolle, um Übertragungen in Krankenhäusern zu begrenzen. Ein Drittel aller C. auris Infektionen verläuft tödlich.

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KO KOSMO-Redaktion
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