Ein Friedhof, ein Taschenmesser, ein Todesopfer – und eine 14-Jährige im Zentrum eines erschütternden Verbrechens in Wien.
Zwei Tage nach dem gewaltsamen Tod einer 64-jährigen Frau auf dem Friedhof Baumgarten hat die Staatsanwaltschaft Wien am Mittwochnachmittag Untersuchungshaft gegen die dringend tatverdächtige 14-Jährige beantragt. Sprecherin Nina Bussek teilte der APA mit, der Antrag sei aufgrund von Tatbegehungsgefahr eingebracht worden. Die Jugendliche soll die Österreicherin am Montagnachmittag mit einem Taschenmesser getötet haben.
Gegen 17.30 Uhr stieß eine Passantin auf den leblosen Körper der Frau, der massive Schnitt- und Stichverletzungen aufwies. Die Festnahme der Jugendlichen erfolgte später in ihrer Unterkunft. Nach Angaben der MA 11 war sie zuvor polizeilich nie in Erscheinung getreten und dürfte ihr Opfer zufällig ausgewählt haben.
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Haft in Josefstadt
Seit den Mittagsstunden befindet sich das Mädchen in der Justizanstalt Wien-Josefstadt, wo eine Kinder- und Jugendpsychiaterin sowie Sozialarbeiter tätig sind. Sobald die Untersuchungshaft rechtskräftig angeordnet ist, sollen Gespräche mit der 14-Jährigen aufgenommen werden. Dabei wird auch eine Einschätzung zur möglichen Suizidgefährdung vorgenommen.
Die Obduktion der Leiche wurde bereits veranlasst, ein Ergebnis steht jedoch noch aus. Parallel dazu laufen Ermittlungen zum psychischen Zustand des Mädchens zum Tatzeitpunkt sowie zur möglichen Beeinflussung durch Drogen oder Alkohol.
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Verhalten nicht vorhersehbar
Die Kinder- und Jugendhilfe MA 11 äußerte sich unterdessen erneut zu den Hintergründen des Falls. Das Verhalten der Teenagerin sei für die Betreuenden „nicht vorhersehbar“ gewesen, erklärte eine Sprecherin. Das Mädchen war seit November in einer Fremdunterbringung, hatte jedoch wiederholt stationäre Aufenthalte im Krankenhaus aufgrund von Eigengefährdung absolviert.
„Sobald dort festgestellt wird, dass keine Gefährdung gegeben ist, kommt sie zurück in die WG“, so die Sprecherin. „Das heißt, wenn sie nach der Anhaltung zurück in die Wohngemeinschaft kommt, dann ist das nicht mehr akut.“ Warum die Jugendliche die Einrichtung, die sich in unmittelbarer Nähe des Friedhofs befindet, am Montag verlassen hatte, ist Gegenstand laufender Ermittlungen.