Auf Epsteins einstiger Ranch in New Mexico brodelt es – und die Enthüllungen treffen längst auch die höchsten Ebenen der US-Politik.
Am internationalen Frauentag haben die Brüder einer bekannten Epstein-Anklägerin erstmals die frühere Ranch des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein in New Mexico aufgesucht. Sky Roberts und sein älterer Bruder Daniel Wilson schlossen sich einer Kundgebung an, an der hunderte Menschen vor dem Tor des Anwesens teilnahmen.
„Alle diese Namen sind in den Akten, und derzeit vertuscht die Regierung sie“, erklärte der 37-jährige Roberts. Die beiden Männer verlangen von der Regierung unter Präsident Donald Trump die Freigabe ungeschwärzter Dokumente, die Aufschluss darüber geben sollen, welche Männer ihre Schwester nach deren eigenen Angaben auf dem Gelände sexuell missbraucht haben.
Belastung für Trump
Ihre Schwester, Virginia Giuffre, hatte sich im April das Leben genommen. Die schrittweise Veröffentlichung umfangreicher Epstein-Akten hat in den vergangenen Wochen die weitreichenden Verbindungen des Finanziers zu Politikern und Wirtschaftsvertretern ans Licht gebracht und entwickelt sich zunehmend zur politischen Belastung für Präsident Trump.
In FBI-Unterlagen, die am Donnerstag publik wurden, bezichtigte eine namentlich nicht genannte Frau Trump einer mutmaßlichen sexuellen Begegnung. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bezeichnete die Vorwürfe der Frau in den FBI-Unterlagen als „völlig unbegründete Anschuldigungen ohne jegliche glaubwürdige Beweise“ und erklärte, dass Präsident Trump durch die Veröffentlichung der Epstein-Akten „vollständig entlastet“ worden sei.
Am Mittwoch beschloss ein Ausschuss des Repräsentantenhauses, Justizministerin Pam Bondi vorzuladen, um Fragen zum Umgang mit den Epstein-Akten durch das Ministerium zu beantworten.
Wahrheitskommission New Mexico
New Mexico hatte bereits im Feber als erster US-Bundesstaat eine parlamentarische Wahrheitskommission eingesetzt.
Diese soll der Frage nachgehen, wie es Epstein über 26 Jahre hinweg möglich war, auf der Ranch unbehelligt und im Verborgenen zu operieren.