Ein neues Kapitel beginnt im Iran – doch die Mächte, die es mitschreiben wollen, stehen längst bereit.
Mojtaba Khamenei ist neues geistliches Oberhaupt des Iran. Er übernimmt damit die Nachfolge seines Vaters Ali Khamenei, der am 28. Februar 2026 bei einem israelisch-amerikanischen Angriff in Teheran ums Leben kam. Im iranischen Staatsgefüge nimmt das geistliche Oberhaupt eine zentrale Machtstellung ein – bisherige Amtsträger verfügten in politischen Grundsatzfragen über das letzte Wort.
Mojtabas Wahl erfolgte durch den sogenannten Expertenrat, ein Gremium aus 88 Klerikern. „Die Wahl ist abgeschlossen und wird bald bekannt gegeben“, erklärte Hosseinali Eshkevari, ein Mitglied des Expertenrates, in einem Video, das iranische Medien am Sonntag verbreiteten.
„Der Name Khamenei wird weiterbestehen“, fügte Eshkevari hinzu – eine Formulierung, die als deutlicher Verweis auf die Wahl des Khamenei-Sohns gewertet wurde.
Israels Warnung
Wie sein Vater gilt auch Mojtaba Khamenei als religiös konservativ und politisch kompromisslos. Israel hatte im Vorfeld der Wahl unmissverständlich Stellung bezogen. „Wir möchten klarstellen, dass die Hand Israels weiterhin jeden Nachfolger und jede Person, die versucht, einen Nachfolger zu bestimmen, verfolgen wird“, postete das israelische Militär in Farsi auf X.
Die Warnung richtete sich ausdrücklich an alle, die eine Teilnahme an dem Nachfolgetreffen in Betracht zogen. Auch US-Präsident Donald Trump meldete sich zu Wort und bekräftigte am Sonntag seinen Anspruch auf ein Mitspracherecht bei der Bestimmung des neuen geistlichen Oberhaupts. „Wenn er nicht unsere Zustimmung erhält, wird er nicht lange im Amt bleiben“, sagte Trump gegenüber dem Sender ABC News.
Teheran wies diese Forderung zurück.