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Nachfolge

Khameneis Sohn soll der neue Oberste Führer des Iran sein

Khameneis Sohn soll der neue Oberste Führer des Iran sein
FOTO: EPA/ABEDIN TAHERKENAREH
3 Min. Lesezeit |

Der Iran hat einen neuen Obersten Führer – und seine Geschichte beginnt im Schatten seines Vaters.

Nach dem Tod von Ali Khamenei ist der Iran in eine tiefe politische Krise gestürzt. Bei gemeinsamen Luftangriffen der USA und Israels am Samstag kamen Khameneis Ehefrau, seine Tochter und weitere Familienangehörige ums Leben – sein Sohn Mojtaba überlebte. Der Nationale Sicherheitsrat trat daraufhin am Dienstag in der Pilgerstadt Qom zusammen, um unter strengster Geheimhaltung die Frage der Nachfolge des 86-jährigen Obersten Führers zu klären.

Als aussichtsreichster Kandidat für die Führungsnachfolge war bis dahin Ali Laridschani gehandelt worden. Nach dem Tod Khameneis übernahm Laridschani, der dem Obersten Nationalen Sicherheitsrat vorsteht, die Führung des Landes – und machte unmissverständlich klar: „Wir werden nicht mit den USA verhandeln.“ Laridschani zählte seit Langem zum engsten Machtzirkel des Teheraner Regimes.

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Neue Führung

Die Expertenversammlung hat inzwischen einen neuen Obersten Führer bestimmt. Wie das oppositionelle Exilmedium „Iran International“ berichtet, soll es sich dabei um Mojtaba Khamenei handeln, den 56-jährigen Sohn des verstorbenen Revolutionsführers. Bereits in den vergangenen Jahren war Mojtabas Name wiederholt als möglicher Nachfolger ins Spiel gebracht worden, obwohl er öffentlich kaum in Erscheinung getreten war.

Als zweitältester Sohn Ali Khameneis soll er laut Berichten der britischen Zeitung „Daily Mail“ enge Verbindungen zum Islamischen Revolutionsgardenkorps unterhalten. Laut „Iran International“ sei seine Auswahl durch die Expertenversammlung „unter dem Druck der Revolutionsgarden“ erfolgt.

Gelockerte Voraussetzungen

Wie schon sein Vater bekleidet Mojtaba Khamenei kein offizielles Amt, hat nie eine staatliche Funktion ausgeübt und besitzt keinen hochrangigen geistlichen Titel. Ursprünglich war für das Amt des Revolutionsführers der Rang eines Großajatollahs zwingend vorgeschrieben. Diese Voraussetzung wurde jedoch 1989 durch eine Verfassungsänderung gelockert, um Ali Khamenei den Weg an die Staatsspitze zu ebnen – seither gilt politische Autorität als ausschlaggebendes Kriterium, nicht mehr die theologische Qualifikation.

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Genau diese Regelung ermöglicht es nun auch Mojtaba, trotz seines vergleichsweise niedrigen geistlichen Rangs, die Nachfolge anzutreten. Das islamische Prinzip der Vormundschaft, auf dem das iranische Staatssystem beruht, verlangt vom Obersten Führer eine herausragende Persönlichkeit mit erheblicher politischer Autorität.

Wie die „Daily Mail“ weiter berichtet, soll Mojtaba während des Iran-Irak-Krieges in den iranischen Streitkräften gedient und sich dabei beträchtlichen Einfluss im Hintergrund des Regimes erarbeitet haben. Obwohl die USA ihn 2019 mit Sanktionen belegt haben sollen, wird ihm nachgesagt, ein Investmentimperium im Wert von über 100 Millionen Dollar zu kontrollieren sowie Zugang zu Luxusimmobilien in Großbritannien und Konten bei Schweizer Banken zu haben.

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KO KOSMO-Redaktion
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