Globale Krisen hinterlassen Spuren – auch an Kroatiens Stränden. Was das für die Sommersaison bedeutet, wird sich bald zeigen.
In den vergangenen Wochen hat die Nachfrage nach Reisen nach Kroatien spürbar nachgelassen – ein Phänomen, das sich in ähnlicher Form weltweit beobachten lässt und eng mit den anhaltenden Konflikten im Nahen Osten verknüpft ist. Das erklärte Kroatiens Tourismus- und Sportminister Tonci Glavina am Freitag anlässlich der Eröffnung der 13. internationalen Tourismusmesse Place2Go in Zagreb. Glavina räumte ein, dass die geopolitisch angespannte Lage die globale Reisenachfrage – und damit auch Kroatien – merklich belastet.
„Die Buchungen für Kroatien sind, wie für viele Reiseziele weltweit, aufgrund des Krieges im Nahen Osten zurückgegangen“, sagte Glavina. „Wir sind jedoch überzeugt, dass unsere wichtigsten Vorteile – die Nähe zu wichtigen Märkten, die Qualität unseres Angebots und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis – zu guten Ergebnissen führen werden.“ Zugleich betonte der Minister, dass staatliche Maßnahmen – darunter die Regulierung der Kraftstoffpreise – den ersten wirtschaftlichen Schock zwar teilweise abfedern konnten, der allgemeine Kostendruck jedoch nach wie vor eine ernsthafte Herausforderung darstelle.
Strukturelle Vorteile
Als weiteres Risiko nannte Glavina die anhaltende Inflation in Europa sowie steigende Kosten für Reisen und Unterkünfte, die sich über einen Dominoeffekt auf den kroatischen Tourismussektor auswirken könnten – einen Wirtschaftszweig, der für das Land von zentraler Bedeutung ist. Gleichzeitig verwies er auf einen strukturellen Vorteil: Rund 80 Prozent der Tourismusnachfrage entfallen auf europäische Herkunftsmärkte, was Kroatien unabhängiger von Fernreisenden macht als viele andere Destinationen.
Diese geografische Nähe, kombiniert mit guter Erreichbarkeit und einem stabilen Sicherheitsgefühl, könnte dem Land helfen, die aktuelle konjunkturelle Schwächephase vergleichsweise gut zu überstehen, so Glavina.
Glavinas Appell
Der Minister appellierte an die Branche, die Vermarktung Kroatiens als sicheres, gut erreichbares und wirtschaftlich attraktives Reiseziel gezielt voranzutreiben. „Wenn wir Kroatien so präsentieren, können wir eine solide und qualitativ hochwertige Touristensaison erwarten“, sagte er.