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Play-off-Finale

Foda will Kosovo zur ersten WM-Teilnahme führen

Foda will Kosovo zur ersten WM-Teilnahme führen
FOTO: EPA/SALVATORE DI NOLFI
4 Min. Lesezeit |

Ein ganzes Land hält den Atem an: Für den Kosovo geht es heute Abend um mehr als nur ein Fußballspiel.

Heute Dienstag um 20.45 Uhr fällt in Prishtina eine Entscheidung, die für ein ganzes Land Geschichte schreiben könnte. Der Kosovo trifft im Play-off-Finale auf die Türkei – und Trainer Franco Foda träumt vom ganz großen Coup. Bereits im Halbfinale hatte seine Mannschaft auswärts gegen den EM-Achtelfinalisten Slowakei ein beeindruckendes 4:3 geliefert.

Die Euphorie ist greifbar, doch der 58-Jährige mahnt zur Besonnenheit: „Wir sind gerade in Euphorie, aber wir müssen das letzte Spiel gelassen angehen.“ Foda kennt die Fallstricke solcher Momente aus eigener Erfahrung – vor vier Jahren scheiterte er mit Österreich im WM-Play-off-Halbfinale an Wales.

Historische Dimension

Was auf dem Spiel steht, geht weit über 90 Minuten Fußball hinaus. Der Kosovo, seit 2008 unabhängig und erst seit 2016 FIFA-Mitglied, hat noch nie an einem Fußballgroßereignis teilgenommen. Ein Einzug in die WM-Endrunde wäre schlicht ohne Präzedenz. Die FIFA-WM 2026 findet in den USA, Kanada und Mexiko statt. Für die FIFA-WM 2026 qualifizieren sich 16 europäische Teams.

„Ich denke, die Chancen sind 50:50. In einem Spiel ist alles möglich“, sagte Foda bei der Abschlusspressekonferenz. Dass die Regierung unter Ministerpräsident Albin Kurti zusätzlich eine Prämie von einer Million Euro ausgelobt hat, unterstreicht, welche Dimension dieser Abend für das Land besitzt.

Der Gegner ist nicht zu unterschätzen. Die Türkei, die bislang nur zweimal bei einer WM-Endrunde vertreten war – 1954 und 2002 –, verfügt über individuell hochkarätige Spieler. Foda warnte ausdrücklich vor der Klasse des Kaders: Real-Madrid-Spieler Arda Güler, Kenan Yildiz und Kapitän Hakan Calhanoglu stehen sinnbildlich für das türkische Potenzial.

„Die Türkei hat eine gute Mannschaft mit viel individueller Klasse. Sie haben Spieler, die individuelle Qualität besitzen. Aber auch wir haben eine sehr gute Mannschaft. Wir sind verdient im Finale“, erklärte Foda.

Die Zahlen geben dem Trainer recht. In der WM-Qualifikationsgruppe B ließ der Kosovo mit elf Punkten sowohl Slowenien mit vier als auch Schweden mit zwei Zählern klar hinter sich. Lediglich Gruppensieger Schweiz war eine Klasse zu gut – ein einziger Sieg im direkten Duell hätte gereicht.

Nach dem Spektakel in Bratislava, wo die Kosovaren zweimal einen Rückstand aufgeholt hatten, ist der Hunger nach mehr gewachsen. Mallorca-Legionär Vedat Muriqi bringt es auf den Punkt: „Eine WM-Teilnahme wäre für den Kosovo die größte Freude, seit das Land unabhängig wurde. Wir werden es mit vollem Willen und Stärke versuchen.“

Fodas zweite Chance

Für Foda persönlich trägt dieser Abend eine besondere Note. Das 1:2 in Wales, das damals das Ende seiner Zeit als ÖFB-Teamchef einleitete, sitzt noch immer. Was folgte, war kein sanfter Neustart: In der Schweiz endete sein Engagement beim FC Zürich nach nur zwölf Partien.

Nun bietet sich die Chance auf Wiedergutmachung – mit einem Team, das ihm vertraut. Neben Langzeitassistent Thomas Kristl stehen ihm mit Adthe Nuhiu und Robert Ibertsberger auch zwei Österreicher im Stab zur Seite. „Wir werden alles dafür tun, um das Spiel zu gewinnen“, versprach Foda.

Rückenwind kommt aus den Rängen. Im Fadil-Vokrri-Stadion werden über 10.000 fußballbegeisterte Fans erwartet – und Foda weiß, dass die Nachfrage noch weit höher war: „Wir könnten wohl auch 100.000 Karten verkaufen.“ Im Herbst wird das österreichische Nationalteam in der Nations League ebenfalls in Prishtina gastieren – dann kommt es zum pikanten Wiedersehen mit dem früheren ÖFB-Teamchef.

Während der Kosovo auf sein historisches Ticket hofft, laufen parallel weitere wegweisende Play-off-Partien. In Zenica empfängt ÖFB-Gruppengegner Bosnien-Herzegowina den vierfachen Weltmeister Italien – für die Azzurri könnte es die dritte verpasste WM-Endrunde in Folge bedeuten, das Stadion Bilino Polje platzt aus allen Nähten. Schweden und Polen treffen zum zweiten Mal hintereinander im Play-off-Finale aufeinander; 2022 behielten die Polen mit 2:0 die Oberhand.

Das vierte und letzte europäische WM-Ticket wird im Duell zwischen Tschechien und Dänemark vergeben. Auch in Mexiko fallen noch Entscheidungen: Die Sieger der Begegnungen DR Kongo gegen Jamaika sowie Bolivien gegen Irak sichern sich ebenfalls ihre Teilnahme an der Endrunde.

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KO KOSMO-Redaktion
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