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WM-Play-off: Wales-Trainer analysiert Bosnien mit Kriegsfilm

WM-Play-off: Wales-Trainer analysiert Bosnien mit Kriegsfilm
Foto: epa/ERDEM SAHIN
3 Min. Lesezeit |

Filmabend statt Taktiktafel: Walisische Vorbereitung auf Bosnien sorgt für Gesprächsstoff – und das Duell hat längst begonnen.

Craig Bellamy bereitet sich auf das entscheidende WM-Play-off-Halbfinale gegen Bosnien und Herzegowina am 26. März auf ungewöhnliche Weise vor. Der Teamchef der walisischen Nationalmannschaft sah sich einen Film über den Balkankrieg an – nicht aus reiner Neugier, sondern als Teil seiner systematischen Vorbereitung. „Interessanterweise habe ich gestern Abend einen Film über den Krieg auf dem Balkan gesehen“, verriet Bellamy gegenüber der BBC.

Für ihn reicht es nicht aus, den Spielstil des Gegners zu analysieren – er will den Menschen dahinter verstehen. „Ich muss wissen, wer diese Menschen sind, woher sie kommen. Das Gleiche habe ich auch gemacht, als wir gegen Kasachstan oder Liechtenstein gespielt haben. Ich muss einfach wissen, wer sie sind“, so der Waliser.

Bosniens Play-off-Kader

Auf der anderen Seite hat Nationaltrainer Sergej Barbarez den bosnischen Kader für das Play-off-Duell gegen Wales bekanntgegeben. Der Selektionär gibt sich kämpferisch und weiß um die Tragweite des Spiels: „Wir wissen, was es für das ganze Land bedeuten würde, ihm ein wenig Lächeln zu schenken.“ Bei einem Weiterkommen würden die „Drachen“ das Finalspiel vor eigenem Publikum – gegen Italien oder Nordirland – bestreiten.

Aus Slowenien kommen derweil kritische Töne in Richtung Bosnien und Herzegowina. Dort macht man sich Sorgen um Aldin Jakupovic: „Emir Spahic baut eine neue Nationalmannschaft von Bosnien und Herzegowina auf und stiehlt uns nebenbei Talente“, heißt es aus dem Nachbarland.

Auch Rumänien meldet sich zu Wort – mit Blick auf Vorfälle in Zenica. Rassistische Sprechchöre wie „Zigeuner, Zigeuner“ hätten im Fußball nichts verloren, so die rumänische Seite, und man rechne mit Konsequenzen für den bosnischen Verband.

Für Aufregung sorgte zuletzt auch eine Szene beim Spiel zwischen Siroki und Zeljeznicar: Schiedsrichter Haris Halkic unterbrach die Partie, nachdem Zeljeznicar-Fans ein Transparent mit einem Foto aus der Reintegration von Grbavica im Jahr 1996 entrollt hatten. Der Stadionsprecher drohte mehrfach mit dem Spielabbruch, sollte das Banner nicht verschwinden – die Fans ignorierten die Aufforderung. Die Partie wurde dennoch fortgesetzt.

Dzekos Karriere

In der A2-Liga Nord feierte Brcko einen klaren Heimerfolg gegen Bihac: 108:70 lautete das Endergebnis. Herausragender Akteur auf der Verliererseite war Milan Davidovic, der für Bihac allein 50 Punkte erzielte. In der Tabelle führt Brcko mit zwölf Siegen aus vierzehn Spielen, während Bihac mit einer Bilanz von 3:11 den vorletzten Rang belegt.

Ein weiteres Thema beschäftigt die bosnische Nationalmannschaft: Stürmer Mikulic, der in der Schweiz unter Vertrag steht, hat erklärt, wegen Anel Krunic nicht mehr für die Nationalelf auflaufen zu wollen. Er wolle sich auf seine Vereinsverpflichtungen konzentrieren und wünsche der Mannschaft alles Gute.

Edin Dzeko feierte seinen 40. Geburtstag – ein Anlass, um auf eine außergewöhnliche Karriere zurückzublicken. Seinen Weg begann der Stürmer bei Zeljeznicar, ehe er zu Teplice wechselte und dort zu einem der treffsichersten Angreifer der Liga avancierte. Der Transfer zu Manchester City katapultierte ihn in die absolute Weltklasse. Dzeko ist bis heute der erfolgreichste Torschütze in der Geschichte der bosnischen Nationalmannschaft und führte die „Drachen“ 2014 erstmals zur Weltmeisterschaft.

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KO KOSMO-Redaktion
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